Keine Sorge, es bleibt dabei –
der Radverkehrsanteil steigt weiter!

Bemerkungen zu den Irritationen um die 2013er Untersuchung der TU Dresden zur Verkehrsmittelwahl

Die vier Varianten der Fortbewegung in der Stadt: ÖPNV, Fahrrad, zu Fuß, Auto. Tägliche Verkehrsmittelwahl der Frankfurter Bürger in den Jahren 2003, 2008 und 2013. (SrV = System repräsentativer Verkehrserhebungen, MIV = Motorisierter Individualverkehr)
Quelle: Stadt Frankfurt, Verkehrsdezernat

Wer die Frankfurter Rundschau vom 16. April gelesen hat, könnte sich verwundert die Augen gerieben haben: Wie bitte, doch nicht so viele Radler auf Frankfurts Straßen? Ist das das überraschende Resultat der 2013er Haushaltsumfrage der TU Dresden zur täglichen Verkehrsmittelwahl? Falsch, es sind sogar immer mehr, und das sagt die Untersuchung auch aus! Frankfurt wächst, allein schon dadurch wird mehr Verkehr generiert – auch Radverkehr: in absoluten Zahlen von 261.000 (2008) auf 299.000 (2013).

Es gibt aber noch eine andere Variante der Fortbewegung in der Stadt, die bei der 2013er Befragung wesentlich gründlicher als bisher erfasst wurde: das Zu Fuß Gehen! Um die Wahl des Verkehrsmittels „Schusters Rappen“ adäquat zu erfassen, wurde auch die Befragungsmethodik gegenüber den 2003er und 2008er Umfragen modifiziert. Dadurch wurden insgesamt erheblich mehr Verkehrsvorgänge erfasst. Massiv gestiegen ist auch die Nutzung des öffent­lichen Nahverkehrs, u. a. durch neue Angebote.

Trotz absolut steigender Radverkehrszahlen stagniert daher der relative Anteil der Radfahrvorgänge in der Erfassung bei 14,4% (2008: 14,5%). Fachleute, Dezernat und auch wir vom ADFC hatten mehr erwartet, gingen aber dabei irrigerweise von der bisherigen Umfragemethodik aus. Bleibt bei der nächsten Umfrage 2018 die Methodik konstant, ist auch wieder mit einer Steigerung des relativen Gewichts des Radverkehrs in den Ergebnissen zu rechnen.

Bertram Giebeler


Inhalt Ausgabe 3 (Mai/Jun) / 2015

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