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Hofheim hat die Wahl

Der ADFC hat die Bürgermeister-Kandidaten zum Radverkehr befragt

In Hofheim steht am 24. März 2019 die Bürgermeisterwahl an, die bisherige Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) kandidiert nicht erneut. Zur Wahl gestellt haben sich sieben Kandidaten: Andreas Nickel (Freie Wähler), Barbara Grassel (Die Linke), Bernhard Köppler (SPD), Bianca Strauss (Bündnis 90/Die Grünen), Christian Vogt (CDU) und die parteilosen Kandidaten Friederike Röhr und Wilhelm Otto Klaus Schulze. Der ADFC wollte es genau wissen und befragte die Kandidaten zu ihrer Sicht auf den Radverkehr in Hofheim. Die im Wortlaut vollständigen Antworten finden Sie im Netz unter www.adfc-hessen.de/hofheim2019.pdf

Wir geben hier Auszüge aus den Antworten der Kandidaten auf unsere Fragen wieder:

Frage 1: Wie beurteilen Sie die Rolle des Radverkehrs im Modal Split?

Andreas Nickel, Freie Wähler: „Im Grundsatz bin ich davon überzeugt, dass der Radverkehr eine wesentliche aber uneingeschränkt weiter zu fördernde Rolle als Verkehrsart in der Aufteilung beim Modal Split darstellt.“

Barbara Grassel, Die Linke: „Die größten Wachstumschancen beim Radverkehr sehe ich im Schülerverkehr und im Freizeitverkehr. Allerdings nur unter der Vorraussetzung: SICHERE Radwege!“

Bernhard Köppler, SPD: „Den Umweltanteil am Modal-Split möchte ich in Hofheim deutlich stärken. Dazu gehört dann selbstverständlich auch die Vergrößerung des Anteils der Mobilität, der mit dem Fahrrad bewältigt wird.“

Bianca Strauss, B90/Die Grünen: „Künftig planen wir nicht mehr allein für das Auto, wie in den letzten Jahrzehnten, sondern für eine umweltgerechte und menschengerechte Stadt.“

Christian Vogt, CDU: „Ich möchte ein umfassendes Mobilitätskonzept zur Optimierung des Verkehrsflusses und der Parksituation sowie der Vernetzung von Kernstadt und den Stadtteilen erarbeiten. Hierzu zählen für mich auch die Planung und Umsetzung neuer Fahrradwege.“

Frage 2: Welche Maßnahmen für den Fahrradverkehr beabsichtigen Sie in Hofheim in den nächsten vier Jahren umzusetzen?

Nickel: „Konkret sind radverkehrsgerechte Gestaltungen und Lückenschluss der Durchfahrungen von Hofheim in verschiedene Richtungen, der Radwegebau nach Lorsbach sowie eine verbindliche Fachplanung für einen weiteren Brückenbau über die L 3011 zu nennen. Kurzfristig auch Fahrradabstellanlagen.“

Grassel: „Innerörtlich sichere Radwegeverbindungen, z. B. von der Kernstadt durch Marxheim und durch Lorsbach. Auf das Land Hessen Druck ausüben, damit die teilweise seit Jahrzehnten geplanten überörtlichen Verbindungen wie der Radweg im Schwarzbachtal von Eppstein über Lorsbach nach Hofheim-Kernstadt endlich realisiert werden.“

Köppler: „Die Förderung des Radverkehrs ist eine Querschnittsaufgabe für die räumliche Stadtentwicklung. Er ist bei allen Aktivitäten explizit zu berücksichtigen. Im Ergebnis sollte ein deutlich größerer Anteil derjenigen, die in der Innenstadt arbeiten oder zur Schule gehen, mit dem Fahrrad fahren können. Dies setzt auch deutlich mehr und sichere Abstellplätze für Fahrräder voraus.“

Strauss: „Um mehr Menschen für das Radfahren zu begeistern, brauchen wir mehr Sicherheit für Radfahrer. Optimal sind Radwege getrennt vom Autoverkehr, wenn ausreichend Platz dafür zur Verfügung steht, ansonsten mindestens optisch gut erkennbare Schutzstreifen. Ebenso wichtig sind ausreichende und sichere Radabstellplätze.“

Vogt: „Grundsätzlich möchte ich kontinuierlich Fahrradwege ausbauen, die Ortsteile mit Fahrradwegen vernetzen und mit Hilfe von Fördergeldern von Bund, Land und Kreis die Stadt an das überregionale Fahrradwegenetz besser anschließen.“

Frage 3: Welche besonderen Chancen und Probleme sehen Sie für den Radverkehr in Hofheim?

Nickel: „Sieben Stadtteile, die Topographie und ein auch durch die Problematik des zu tätigenden Grunderwerbs zäher Lückenschluss im Radewegenetz stellen schon eine Herausforderung dar. Möglicherweise ist das Potential im Unterschied zu Städten mit verdichteten Stadtzentren daher etwas begrenzter. Hier wird uns aber die E-Bike-Entwicklung ein Stück weit ’in die Karten spielen’.“

Grassel: „Das Problem ist die Topographie. Bahnhöfe und Einkaufsmöglichkeiten liegen im Tal, Wohngebiete und Ortsteile wie Langenhain und Wildsachsen auf der Höhe, heimwärts geht es also meist bergauf. Radfahren wird daher erst mit Elektro-Unterstützung im Alltagsverkehr attraktiv, allerdings sind die Preise für Pedelecs derzeit für breite Schichten der Bevölkerung noch zu hoch.“

Köppler: „Mit zunehmenden Möglichkeiten der elektrischen Unterstützung des Fahrradverkehrs und einer Aufbruchstimmung zur Förderung des Radverkehrs sind gute Voraussetzungen geschaffen, um den Anteil des Radverkehrs in Hofheim deutlich zu steigern.“

Strauss: „Da die Stadt Hofheim großen Nachholbedarf beim Ausbau von Radwegen und Radverkehrsverbindungen hat, sind die Ziele entsprechend realistisch zu setzen. Wir werden nicht von heute auf morgen unser Hofheim zu einer Fahrradstadt machen. Ich höre in Gesprächen, dass viele Menschen Interesse daran haben, in einer fahrradfreundlichen Stadt zu leben.“

Vogt: „Als Chance für den Radverkehr in Hofheim sehe ich die Tatsache, dass großer Nachholbedarf besteht. In den letzten Jahren wurde wenig gemacht, trotz des gestiegenen Aufkommens und Beliebtheit des Radverkehrs. Aufgrund der topografischen Lage Hofheims kann nicht überall der Radverkehr erschlossen werden.“

Rückmeldungen der beiden übrigen Kandidaten lagen zum Redaktionsschluss nicht vor. Einige Kandidaten sehen das Thema des Radwegs zwischen Hofheim und Lorsbach als drängende Aufgabe.

Am 18. Februar hatte der ADFC im Rahmen des ADFC-Treffs die Bürgermeisterkandidaten zu einem Treffen eingeladen, insgesamt 18 Teilnehmer kamen zu dem Treffen, darunter die Kandidaten Friederike Röhr, Christian Vogt, Bernhard Köppler und Andreas Nickel.

Holger Küst

Inhalt Ausgabe 2 (Mär/Apr) / 2019

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