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Bild zum Artikel Verbindet für Fußgänger und Radfahrer Messegelände und City quer über das große Gleisvorfeld: die Moreelsebrug.
Bertram Giebeler

Wo Radfahrer/-innen der Stadt viel wert sind

Impressionen aus Utrecht

Utrecht ist die viertgrößte Stadt der Niederlande und beherbergt den wichtigsten nationalen Bahnknoten. Der Bahnhof wurde kürzlich in anspruchsvoller Architektur komplett neu gebaut. Da in Holland ausgiebig bike & ride praktiziert wird, hat dort jeder Bahnhof eine für deutsche Verhältnisse gewaltig große Fahrradabstellanlage. Die in Utrecht sprengt aber selbst in Holland die üblichen Dimensionen: nach Fertigstellung in diesem Jahr sollen dort 15.000 (in Worten: fünfzehntausend) Fahrräder Platz finden. Etwa zwei Drittel der Anlage stehen schon.

Wo man schon mal dabei war, den Hauptbahnhof neu zu bauen, kam für Fußgänger und Radfahrer gleich noch ein Schmankerl dazu: eine Brücke über das komplette Gleisvorfeld, das schon sehr breit ist (12 Gleise + 4 Busspuren) und eine erhebliche Trennwirkung hat.

Ein paar Kilometer entfernt dann ein wirklich origineller Einfall für den nichtmotorisierten Verkehr: ein Fuß- und Radweg überspannt einen breiten Kanal. Dieser hat ernsthafte Funktion für die Binnenschifffahrt, die Brücke muss also eine respektable Höhe haben. Die Idee: die Serpentine des Radwegs kurzerhand auf das Dach eines Schulgebäudes verlegen! So entstand die in der Fachwelt viel bestaunte Dafne Schippersbrug.

Bild zum Artikel

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links: Sparsam wie der Holländer ja bekanntlich ist, vergeudet er keinen Platz: unter der Serpentine des Radwegs ist eine Grundschule! Das ganze sieht auch noch elegant aus. Da macht Radfahren Spaß!
rechts: Weniger sparsam geht der Holländer mit Abstellanlagen um: Das ist nur etwa ein Hundertstel der Fahrradabstellanlage am Utrechter Hauptbahnhof! Geplant ist es für 15.000 Fahrräder.
Bertram Giebeler

Wer so etwas sieht, merkt gleich: in diesem Land galt nie wie bei uns die Devise „für die paar Radfahrer geben wir doch nicht auch noch Geld aus!“ Im Gegenteil: Die Infrastruktur für eine Verkehrsart, die jede/-r praktiziert, darf auch etwas kosten, und sie kann dabei sogar schön sein!

Bertram Giebeler

Inhalt Ausgabe 3 (Mai/Jun) / 2019

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