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Kidical Mass – mittendrin

Bild zum Artikel U. Molter

Auf dem Hessenforum des ADFC stellte Anja Littig vom Radentscheid Kidical Mass Frankfurt vor. Vorbild ist die weltweite Bewegung Critical Mass, die auch in Frankfurt immer wieder Fahrradfahrende unter dem Motto „Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr“ gemeinsam auf die Straße bringt.

Kidical Mass ist eine deutschlandweite Initiative, die sich besonders in Großstädten als regelmäßige Veranstaltung durchsetzt: ein Kinder-Fahrrad-Korso mitten durch die brausende Stadt. Auch in Frankfurt haben Mitglieder aus der Gruppe des Radentscheids in 2019 unterschiedliche Radfahrten durch Frankfurts Straßenschluchten organisiert. Die Anzahl der teilnehmenden Familien nimmt stetig zu, und ein entspanntes gemeinsames Radeln auf verkehrsfreien Straßen ist für alle Teilnehmenden Freude pur.

Kidical Mass 2020

Auch 2020 sind Kinderkorsos geplant. Am 22. März findet Kidical Mass parallel in 20 Städten statt. Weitere Termine sind der 15. Mai und 23. August jeweils um 15.30 Uhr, Startpunkt ist der autofreie Mainkai.
Informationen: www.radentscheid-frankfurt.de/kidicalmass.
Kontakt/E-Mail über Kidical Mass Frankfurt

Die Strecke wird entlang von breiten Straßen geplant. Es sind in der Regel fünf Kilometer zu meistern. Das ist auch für die Kleinsten machbar, auch ein Zwischenstopp auf der Hälfte der Strecke kann zum Verschnaufen, Plauschen, Essen und Trinken genutzt werden. Denn auch Kinder auf Laufrädern nehmen teil, die nach den ersten 2,5 Kilometern eine Pause verdient haben. Eine Streckenführung verlief z.B. nach Start an der Alten Oper entlang der Hochstraße, am Eschenheimer Tor vorbei, über die Bleichstraße zur Friedberger Landstraße, am Friedberger Platz dann der Zwischenstopp. Die Strecke wird so ausgewählt, dass nach einer Stunde das anvisierte Ziel erreicht wird. In diesem Fall ist es der Günthersburgpark, in einem anderen der Hafenpark am Main.

Im Gegensatz zur Critical Mass, die ohne großartige Organisation auskommt und nur einen Treffpunkt wählt, um gemeinsam in großen Gruppen Fahrspuren zu nutzen, wird der Kinder-Korso als Demonstration angemeldet. Absprachen mit der Polizei sind wichtig, geschulte „Korker“ müssen die Straßen sichern, Tempomacher halten die Geschwindigkeit bei 9 km/h, ein Lastenfahrrad als „Besenwagen“ kann erschöpfte Kinder aufnehmen, und die Ersthelfer versorgen Kinder bei Bedarf mit Pflastern oder Kühlpacks. Bevor es losgeht, werden wichtige Ansagen für die Teilnehmenden gemacht. Also alles super gut organisiert und im Vorfeld wird sehr viel Zeit und Engagement aufgewandt.

Das Ganze ist zwar eine vergnügliche Fahrradtour auf autofreien Straßen durch Frankfurt, aber die Veranstalter möchten darüber hinaus die verkehrspolitische Situation von Radfahrenden in Frankfurt in den Mittelpunkt von Kidical Mass stellen. Besonders die Herausforderungen für radelnde Kinder und Jugendliche im Straßenverkehr sind wichtige Anlässe ihrer Aktion. „Die städtische Infrastruktur vernachlässigt die Bedürfnisse der jüngsten Verkehrsteilnehmer. Mit der Kidical Mass wollen wir bei Kindern und Erwachsenen ein Bewusstsein für die gerechte Verteilung des öffentlichen Raums schaffen“ beschreibt Anja Littig das Anliegen. Die Aktion soll darauf hinweisen, dass in der Regel die Bewegungsfreiheit von Kindern und Jugendlichen in der städtischen Realität eingeschränkt ist. Ziel ist es, in der Verkehrspolitik den Blick auf die Schwächsten, nämlich auf die Kinder und Jugendlichen, zu richten und zu schärfen. In der Folge müssen verkehrspolitische Maßnahmen getroffen werden, die das Radfahren für Kinder im Straßenverkehr weitestgehend sicher ermöglichen.

Dagmar Berges

Ausgabe 1 (Jan/Feb) / 2020

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