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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Editorial

Die Zeit der guten Vorsätze ist wieder angebrochen. Sportstudios und Turnhallen füllen sich, der Mensch will nach den Feiertagen wieder in Bewegung kommen. Auf einer Zeitungsbeilage prangt in riesigen Lettern der Satz "Jeder 2. Erwachsene hat Rückenbeschwerden". Dagegen muss man etwas tun und dagegen kann man etwas tun, will uns das werbende Sportstudio vermitteln, und bietet gleich einen Trainigsstart zu rabattierten Kosten an.

Peter Sauer

Nun habe ich das Glück, zu den anderen 2. Erwachsenen zu gehören, zu denen, deren Rückenbeschwerden nicht der Rede wert sind. Doch vielleicht ist es auch nicht nur eine Sache des Glücks, sondern auch eine Folge meiner Leidenschaft für das Fahrrad, mit dem ich den vielen Stunden der rückenschädigenden Büroarbeit Kontra geben kann. Und siehe da, eine kurze Recherche unterstützt meine Vermutung. "Radfahren für einen starken Rücken", heißt es dort, oder "Menschen mit Rückenproblemen profitieren vom Radeln", auch "Richtig ausgeführt stärkt Radfahren den Rücken und die Wirbelsäule." Dass im Rad fahrenden Bekanntenkreis selten Rückenprobleme besprochen werden, nehme ich als weiteren Hinweis darauf, vor dauerhaften Schmerzen nicht nur durch Glück verschont geblieben zu sein.

Vielleicht ginge es zu Lasten der muskelstärkenden Studios, wenn noch mehr Menschen regelmäßig aufs Rad steigen würden, statt am Jahresbeginn nur vorübergehend ihren guten Vorsätzen zu folgen. Doch bleiben die Schulter- und Nackenprobleme, die es zu therapieren gibt. Aber auch dazu sagt der Orthopäde: "Weiter Rad fahren, aber Sitzhaltung ändern". Na gut.

In der letzten Ausgabe haben wir uns kritisch mit den Rad fahrenden VerkehrsteilnehmerInnen auseinandergesetzt. Dafür wurden wir von überraschend vielen LeserInnen mit Lob überhäuft. Offensichtlich werfen selbst Radfahrende einen überaus kritischen Blick auf andere Radfahrende. Auch mich ärgern rücksichtslose Radler oder solche, die ohne Licht urplötzlich aus der Dunkelheit auftauchen. Aber vergessen wir darüber bitte nicht, dass die weit größere Gefährdung nicht von anderen Radfahrenden, sondern vom motorisierten Verkehr ausgeht. Die Unfälle (nicht nur) des letzten Jahres beweisen das. Hier könnten wir ein paar mehr gute Vorsätze, diesmal der Autofahrenden, gerade jetzt gut gebrauchen.

Ein Buchtitel lautet: "Vom Glück auf zwei Rädern". Das wünsche ich euch auch im neuen Jahrzehnt.

Peter für das Redaktionsteam