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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Dem Ironman dicht auf den Fersen, dem Bus fast voraus ... bergauf in Richtung Heilsberg.

Der "Heartbreak Hill" verliert seinen Schrecken

Per Pedelec auf dem Weg zur Arbeit - ein Erfahrungsbericht

Mit elektronischer Unterstützung, ganz ohne zu schwitzen, über den Heilsberg zu "schweben" - vor kurzem habe ich mir diesen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir ein Pedelec zugelegt, das mir den täglichen Weg zur Arbeit versüßt. Ganz abgesehen von dem neuen Spaßfaktor hält es fit, ist schnell und unkompliziert, nachhaltig und verbraucht nur wenig Energie.

Vom Bad Vilbeler Stadtteil Dortelweil bis zu meinem Arbeit-geber in der Nähe des Fernmeldeturms sind mit dem Fahrrad je nach Route rund 13 Kilometer oder mehr zurückzulegen. Wenn ich nicht die deutlich längere Strecke über den Nidda-Radweg wähle, liegt dummerweise auf einer der übrigen alternativen Routen der Heilsberg, den es auszutricksen gilt. Und so stellte sich mir bislang jeden Morgen von neuem die Frage: Eine Steigung von sieben bis acht Prozent in Kauf nehmen, um den "Heartbreak Hill" zu erklimmen, dafür aber schnell ans Ziel gelangen? Oder die gemäßigte Variante über den Berkersheimer Weg wählen, die zwar angenehm zu fahren ist, dafür aber länger dauert?

Für mich ist Radfahren zur Arbeit Mittel zum Zweck, ich muss mir nichts beweisen. Die Hauptsache ist, dass ich im Berufsverkehr schnell und entspannt von A nach B komme. Anderes gilt in meiner Freizeit. Hier liebe ich das Mountainbike für bergige Touren sowie mein Tourenrad, wenn es für mehrere Tage Neues zu entdecken gilt.

Die "Geheimwaffe"

Das neue "Spielzeug" sollte ein Elektrorad "made in Germany" mit Coolness-Faktor für den "sportiv angehauchten Stadtradler" sein. Die Wahl fiel auf das Sahel Pro C 8 von Kalkhoff in einem stylischen Harbor Blue. Es ist mit einer Achtgang-Nabenschaltung ausgestattet, außerdem mit Scheibenbremsen - schließlich möchte ich den "Heartbreak Hill" ja auch sicher wieder herunterkommen. Wie bei diesen Rädern üblich, ist es mit rund 24 Kilogramm kein Leichtgewicht, aber es gehört immerhin zu den leichteren. Laut Hersteller besitzt der Akku eine Reichweite von bis zu 90 Kilometern, was für meine Zwecke mehr als ausreichend ist.

Bereits während der ersten Fahrten mit dem neuen Zweirad bin ich hin und weg. Statt Gegenwind verspüre ich nun endlich gerechten Rückenwind, wobei ich diesen wahlweise in drei von jeder Wetterlage unabhängigen Stufen - Eco, Standard, High - einfach zuschalten kann. Toll! Je nach Geschwindigkeitsrausch und Tretverhalten lässt sich das lästige Schwitzen zur Freude meines Zeitkontos und meiner Umwelt vermeiden. Eine Akkufüllung mit Öko-Strom kostet mich rund 10 Eurocent. Das ist im Vergleich zu Alternativen wie ÖPNV oder gar Auto unschlagbar günstig. Klar, pures Fahrradfahren wäre noch güns-tiger, aber mit mehr Logistik verbunden und eben auch nicht so relaxed. Man gönnt sich ja sonst nix!

Den "Heartbreak Hill" kann ich mit meinem Pedelec spielend überbrücken. Und während meiner Anstiege können mich inzwischen auch die lästigen, stinkenden Zweitakter, die mich in der Vergangenheit gerne überholt haben und deren Mief ich direkt tief inhaliert habe, kaum noch ärgern.

Ansonsten ist für mich von Dortelweil aus die Strecke über die Landschaftsbrücke nach Bad Vilbel, über die Frankfurter Straße (Heilsberg), am Zollhaus vorbei, auf der Brücke über die A 661 direkt in den Marbachweg (der in der Verlängerung direkt zu meinem Arbeitgeber führt) ideal. Ab dem oberen Marbachweg werfen mich zwar ungünstige Ampelschaltungen zeitlich etwas zurück, aber abgesehen von ihrer Nähe zur Straße ist die beschriebene Route bis dorthin für mich wirklich eine "Express-Route" mit nur wenigen Hindernissen.

Dank Pedelec ist für mich Dortelweil als "Wohnoase im suburbanen Raum" deutlich näher an Frankfurt herangerückt. Ich kann nur jedem empfehlen, das Trendgefährt einmal zu testen und den Coolness-Faktor selbst zu erspüren. Aber Vorsicht: Suchtgefahr!

Anja Hochstein