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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Rad fahren am liebsten in Frankfurt

Interessante Perspektiven, aufgeschnappt am Rande des diesjährigen Treffens am Braubachweiher (siehe Beitrag dazu) .

Was sieht der oder die RadfahrerIn im Main-Taunus-Kreis als geeignete Radverkehrsanlage, die gerne benutzt wird? Vor dieser Frage stehen neben den Aktiven des ADFC auch die VertreterInnen aus kommunaler Verwaltung und Politik. Die Antwort wird selten in vorliegenden Studien oder Erfahrungsberichten zum Thema gesucht, denn wie überall gilt auch im Main-Taunus-Kreis: Bei uns ist sowieso alles anders, und wir wissen am besten, was wir hier brauchen... Zum Beispiel jede Menge Bordsteinradwege, mit Vorliebe gemeinsam zu nutzen von Fuß- und Radverkehr.

Umso spannender waren die am Braubachweiher geführten Gespräche bei Grillwurst und Zaziki. Da saßen keine Rüpel-Radler zusammen, sondern Rad fahrende Frauen und Männer, in der Mehrzahl im - mit Verlaub - fortgeschrittenen Alter.

Sagt die eine: Also den Radstreifen in der Schlossstraße, den fahre ich trotz der rechts parken-den Autos richtig gerne... Berichtet der andere: Im Holzhausen-Viertel bleiben die Autos völlig entspannt hinter einem anstatt wie Idioten zu überholen... Erzählt die andere: Ich fahre mit meinem Rad in der S-Bahn in die Stadt, denn bin ich erstmal dort, kann ich meine Strecken über die in der Zwischenzeit durchgängigen Radwege super zurücklegen...

Es wurde über die Vorzüge von geöffneten Einbahnstraße gesprochen, über das Wunder, dass "Shared Space" sogar in Frankfurt funktioniert und wie schön es ist, dass in dieser Stadt zwischenzeitlich nicht nur Spinner und Öko-Aktivisten per Pedale ihre Alltagswege zurücklegen. Warum ist das bei uns im Main-Taunus-Kreis anders? Warum fah-ren hier erwachsene Menschen freiwillig Rad auf Gehwegen, die sie sich mit Kinderwagen, Rollatoren und FußgängerInnen teilen müssen? Warum werden bei neuen Straßen die Radverkehrswege so angelegt, dass vor jeder Einmündung ein "Radweg Ende"-Schild zum Absteigen nötigt? Warum ist der Mindestabstand zwischen PKW und Rad auf unseren Straßen im Durchschnitt 10 Zentimeter?

Die "Warums" ließen sich endlos fortführen, aber im Gespräch bei Grillwurst und Zaziki haben wir einen Lösungsansatz gefunden, der uns als ADFC im Main-Taunus-Kreis als Leitlinie dienen sollte: Radverkehr muss auch vor den Toren Frankfurts in den Verkehrsraum hinein (anstatt sich zu verstecken), und die Durchgängigkeit von Verkehrsanlagen ist die logische Konsequenz einer Beschilderung, die momentan auf potentielle Radverkehrswege verweist, aber noch lange nicht auf alltagstaugliche.

Gabriele Wittendorfer