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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Editorial

Bild zum Artikel Foto: Peter Sauer

"Think Big! Das gilt auch für Radverkehrsanlagen" heißt es auf Seite 12 in dieser Ausgabe. Viele Leser werden das dazugehörige Bild anschauen und anschließend mit sorgenvollem Augenaufschlag seufzen: Jetzt hebt sie aber endgültig ab, die Radler-Lobby. Dem kann hier gleich begegnet werden: Nein, das tut sie nicht. Denn ganz so spektakulär, wie das Bild vermuten lässt, ist unser Ansinnen nicht. Gibt es doch nicht wenige Beispiele dafür, dass auch für den Radverkehr Brücken geschlagen wurden, die mehr sind als die Betonplatten einer Niddaquerung. Dazu müssen wir nicht unbedingt bis zur vielgerühmten Fahrradschlange in Kopenhagen schauen (Frankfurt aktuell 4/2015, S. 21). In Weil am Rhein, direkt an der Grenze zum schweizerischen Basel, quert eine recht neue "Dreiländerbrücke" stützenfrei den Fluss hinüber nach Frankreich. Die elegante Bogenkonstruktion ist mit rund 250 m Länge die weltweit längste Radfahrer- und Fußgängerbrücke ihrer Art. Auch einige Kilometer flussab wärts hilft uns Rad fahrenden ein spektaktuläres Bauwerk beim Überqueren des Rheins. Die Passerelle des Deux Rives ist eine moderne Schrägseilbrücke, die Straßbourg und Kehl für den Radverkehr verbindet. In ihrer Mitte, hoch über dem Fluss, bietet eine Aufenthaltsplattform (zugegebenermaßen etwas zugige) Sitzgelegenheiten mit bester Aussicht. Doch wir sollten das Naheliegende nicht vergessen. Der Frankfurter Holbeinsteg bietet die wohl eleganteste Möglichkeit, per Rad von Hibbdebach nach Dribbdebach zu gelangen. Und der Eiserne Steg wurde bereits vor über 100 Jahren ausschließlich für das Fußvolk gebaut. Es mangelt also nicht an Beispielen für groß gedachte und geplante Bauwerke für den Rad- und Fußverkehr. Vieles von dem, was wir heute sehen, war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Wer hätte jemals gedacht, dass ein befahrbarer Radweg auf dem Hochkai das südliche Mainufer begleiten würde? Dass der Eschersheimer Landstraße eine Kfz-Spur genommen wird zu gunsten des Radverkehrs? Dass sich an einem regnerischen Januarmorgen ein Dutzend Radfahrer vor einer roten Ampel im Westend sammelt (die meisten Velos mit funktionierender Lichtanlage)? Es passiert so viel, und es geht voran. "Think Big!" ist keine Spinnerei. Die Kommunalwahl steht vor der Tür. Schaut euch die verkehrspolitischen Programme der Parteien an � und geht wählen. Damit weiterhin so viel passiert.

Peter für das Redaktionsteam