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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe

Editorial

Foto: Peter Sauer

Es begann vor einigen Jahren. Der Freund einer Nachbarin, der über meine Fahrrad-Leidenschaft informiert ist, legte mir Zeitungsausschnitte, die das Thema zum Inhalt hatten, vor die Wohnungstüre. Im Abstand von einigen Tagen, manchmal auch Wochen, fand ich Beiträge einer großen Zeitung im Hausflur vor. Technik, Verkehr, Urlaub – das Fahrrad tauchte hin und wieder darin auf. Im Laufe der Jahre nun lagen immer häufiger Papierschnippsel vor der Türe, die Abstände zwischen den Lieferungen wurden kürzer und kürzer. "Wenn das so weiter geht, werde ich dich bald an den Abo-Kosten beteiligen", meinte der Freund der Nachbarin mit einem Grinsen.

Es ging so weiter. Inzwischen finde ich nahezu täglich Berichte auf der Fußmatte, die sich mit dem Objekt meiner Leidenschaft befassen. Fahrradstraße in Hofheim? Radverleihsystem in Mainz? Fahrradkuriere in Frankfurt, zugeparkte Radstreifen in Wiesbaden? Unfallgefahr durch LKW, Fahrrad-Diebstahl? Die Ausstellung "Fahr Rad" im Architekturmuseum oder, im Wirtschaftsteil der großen Zeitung, "Die neue Lust aufs Lastenfahrrad"? Alles ist dabei. "3 x Fahrrad auf einer Seite – auch als Velomane halte ich das für etwas übertrieben!", notiert der Freund angesichts der Flut an Beiträgen auf dem Rand einer Zeitungsseite.

Als vor gut 20 Jahren in Eschborn eine ADFC-Gruppe aus der Taufe gehoben wurde, war eines ihrer ersten Anliegen, eine Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung für den Radverkehr zu öffnen: eine zweispurige Verbindung zwischen Bahnübergang und Hauptstraße, rund 70 Meter lang. Diesem Ansinnen begegnete die Stadtverwaltung mit einem Aufschrei, der die junge ADFC-Gruppe erschütterte. Unmöglich sei das, viel zu gefährlich für Radler, für Autofahrer unzumutbar, etc. Eine Öffnung der Einbahnstraße komme nicht in Frage.

Neulich war ich mal wieder in Eschborn. Besagte Straße ist nun entgegen der Einbahnrichtung zu befahren, ein Radstreifen ist seit langem markiert, an der etwas unübersichtlichen Einmündung in die Hauptstraße weist eine Schwelle Autofahrer auf die Radspur hin.

Es hat sich etwas verändert in den letzten Jahren. Zwar geht mir die "Rückeroberung der Stadt", wie das Architekturmuseum die aktuelle Ausstellung untertitelt, immer noch viel zu langsam voran. Doch dass inzwischen aus der so oft zitierten Windschutzscheiben-Perspektive häufig eine Fahrradlenker-Perspektive geworden ist, lässt auf mehr hoffen.

Bleibt dran, mischt euch ein, vertretet eure Interessen. Der Trend ist auf unserer Seite.

Peter für das Redaktionsteam