Editorial

Es ist ausgesprochen erfreulich, dass hierzulande immer mehr Menschen aufs Rad steigen. Dass viele von ihnen dann gar nicht mehr runter wollen vom Rad, nervt allerdings hin und wieder. In Bornheim können viele Radfahrer auch an Markttagen den Platz rund um das Uhrtürmchen nur auf dem Sattel überwinden – warum auch immer. Dort wird auch gerne mit dem Rad zum Einkaufen gefahren, am liebsten bis direkt an den Gemüsestand heran. Andere reihen sich geduldig in die Warteschlange vor der Landmetzgerei ein, das Velo dicht bei, eine Hand immer fest am Lenker. Neulich gerade wurde mir beim Gemüsekauf ein Vorderrad in die Kniekehle geschoben, da eine junge Dame die Ausmaße ihres Velos unterschätzt hatte.

Das nervt offensichtlich nicht nur mich, wie ich am vergangenen Samstag feststellen konnte. Die Marktleitung lässt neuerdings Schilder aufstellen, die Radfahrer daran erinnern, dass sie hier fahrend nichts verloren haben. Das ist das Eine. Das Andere ist, dass mich diese selbstverständliche „Drive-in“-Mentaliät stört, die viele Leute an den Tag legen. Mit dem Fahrrad zum Geldautomaten, bis vor den Bäckertresen, direkt an den Marktstand? An mangelnden Abstellanlagen kann es vielerorts nicht liegen, dass der Marktbesuch auch ohne Velo an der Hand zu überstehen ist. Und mal ehrlich: Ist man als Fußgänger auf einem Wochenmarkt nicht viel leichter unterwegs als als Radschieber? Jetzt warte ich nur noch darauf, dass mir in den Kaufhäusern der Innenstadt die ersten Radfahrer begegnen, in den oberen Stockwerken, eine Hand immer fest am Lenker, in der anderen eine Tüte mit gerade erworbenen Unterhemden.

Anderes Thema: Thomas W. erkundigt sich per E-Mail nach einer Verkaufsanzeige in Frankfurt aktuell und schreibt „... nutze ich die Gelegenheit, um mich für die Zeitschrift zu bedanken: Toll! Ich lese sie jedes Mal, ich lese sie ganz, und am liebsten würde ich jede Woche eine neue Ausgabe lesen. Wenn ich mal ADFC-Mitglied werde, dann wegen der Frankfurt aktuell.“

Lieber Thomas W., Frankfurt aktuell ist die Mitgliederzeitung des Frankfurter ADFC. Jetzt aber bitte schnell beitreten. Das ist ganz einfach, tut nicht weh und unterstützt unsere Arbeit – für ein vernunftgesteuertes Miteinander, auf dem Markt, im Verkehr und anderswo.

Also – steigt ruhig mal ab. Das schont die Nerven aller.

Peter für das Redaktionsteam

Inhalt Ausgabe 5 (Sep/Okt) / 2012


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