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Ein Blick zurück

Die Weihnachtsfeier des ADFC Frankfurt

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Zwei Dinge, die es bei jeder Weihnachtsfeier des ADFC Frankfurt gibt:
links: 1. Eine Überraschung. Diesmal war es Margret Wiener, die zur Gitarre griff und zum Singen aufforderte. Im Nu war ein ADFC-Chor geboren.
rechts: 2. Das Arme-Hoch-Spiel: Bei der Aufzählung der vielen Arbeitsgruppen heben die Teilnehmer der jeweils genannten AG den Arm. Ganz Aktive tun dies mehrfach.
Fotos: Peter Sauer

„Gibt es ein Programm oder trifft man sich nur so“ fragte der Newcomer noch in dem Vorraum, in dem die Aktion des Schmalzbrotbestreichens gerade zu Ende gegangen war. Es gab ein Programm, wie jedes Jahr. Es gab aber auch wie immer mindestens eine Überraschung. Die war diesmal, am 13. Dezember 2018, ein ADFC-Chor, der sich spontan und ohne Proben zusammengefunden hatte. Er sang einen Fahrrad-Song, arrangiert und auf der Gitarre begleitet von Margret Wiener.

Zunächst aber folgte nach der Begrüßung die traditionelle besinnliche Geschichte, vorgelesen von Helmut Lingat. Es ging um einen als Weihnachtsmann angeheuerten Studenten, der den Spieß umdreht und die Eltern vor den Kindern in Verlegenheit bringt. Der Autor, Robert Gernhardt, ist uns eher als Entdecker und Zeichner des GrünGürtel-Tiers bekannt.

Der von Anne Wehr zusammengestellte Jahresrückblick machte gleich auf eine verschmerzbare Niederlage aufmerksam. Die Walter-Möller-Plakette der Stadt Frankfurt für Gruppen, Gemeinschaften und Bürgerinitiativen, die sich auf herausragende Weise für das Gemeinwohl in Frankfurt am Main eingesetzt haben, ging nicht an den ADFC, sondern an die Frankfurter TierTafel e. V. Wichtiger jedoch war 2018 der unerwartet große Erfolg des Radentscheids. Dabei ging die Initiative gar nicht vom ADFC aus, der jetzt aber umso mehr gefragt sein dürfte, wenn es darum geht, aus 40.000 Unterschriften konkrete Politik zu machen.

Anne Wehr stellte die Arbeitsgemeinschaften des ADFC Frankfurt in chronologischer Reihenfolge vor. Sie begann mit „Frankfurt aktuell“, da die Auslieferung des jeweiligen Januar-Hefts die erste Aktion eines neuen Jahres ist (obwohl die Vorbereitungen dazu natürlich schon lange vorher stattfinden). Es folgten die Touren (die ebenfalls einen monatelangen Vorlauf haben), im Jahr 2019 mit einer neuen Kategorie: „Wissen auf Rädern“ mit Touren zu bestimmten Themen. Die Teilnahme an diesem Angebot wird, wie bisher auch schon bei anderen Spezial-Touren, gebührenpflichtig sein.

Die größte Außenwirkung erreicht der ADFC sicherlich durch die Verkehrs-AG. In Politik und Verwaltung wird unser Verein inzwischen ernst genommen und er stellt sich dieser Verantwortung. Viel Publikum gab es auch 2018 bei der RadReiseMesse, dem Radler-Fest und der bike-night. Nicht vergessen wurde die Öffentlichkeitsarbeit durch das Internet, durch Twitter und Facebook, sowie viele andere Aktivitäten. Zusammengehalten wird alles von einem sehr aktiven Vorstand, in dem die drei „Neuen“ viele Ideen mitbrachten und tatkräftig umsetzten.

Das Schlussmotto des Jahresrückblicks, „Zusammen sind wir besser als alleine“, passte ganz gut auch zum ADFC-Chor und zur anschließenden „Pixel-Show“ von Bertram Giebeler. Hier gab es nicht nur Bilder von den Highlights RadReiseMesse, Radler-Fest und bike-night, sondern auch von vielen anderen Aktivitäten und Aktionen. An einem besonders kalten Tag fand die Informationskampagne zur geplanten zeitweiligen Vollsperrung des Nidda-Radwegs statt. Mit Erfolg, die Planungen wurden kurz danach deutlich radfahrfreundlicher.

Im jährlichen Fahrradklimatest schnitt Frankfurt 2018 gar nicht so schlecht ab, patzte aber deutlich bei den Falschparkern und den Baustellen. Großen Applaus gab es für das Bild von dem wohl ersten PKW, der in Frankfurt vom Radweg mittels eines Abschleppkrans entfernt wurde. Ein zähes Ringen bedeutet es, jede Baustelle, die den Radverkehr tangiert, zu begleiten. Aber nur so lässt sich überhaupt etwas erreichen, wenn wieder einmal ein Radweg plötzlich an einem Baustellenzaun endet. Viele Vorher-Nacher-Bilder zeigten das anschaulich.

Auch zum Radentscheid gab es Fotos und Erläuterungen. 1000 Unterschriften wurden allein auf dem Radler-Fest gesammelt. Bedrückend dagegen war das Bild von einem weißen „Ghost-Bike“ an der Kurt-Schumacher-Straße, wo im August ein Radfahrer tödlich verunglückte. Die Stadt reagierte darauf sehr schnell mit Markierungen und Baken, die dem Radverkehr eine eigene Spur zuweisen. Das ist ein hoffnungsvoller Anfang, auch wenn dieser Radstreifen derzeit noch sehr kurz ist. Ebenfalls ein Torso ist bisher die neue Raddirektverbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt. Ein Anfang ist gemacht, aber es bleibt noch genug Arbeit für den ADFC.

Nun zum Werbeblock (der gehört einfach dazu), hier übernommen von Helmut Lingat. Helmut brachte Sammeldosen in Umlauf, damit die Weihnachtsfeier sich möglichst vollkommen selbst trägt. Man hörte es danach nicht nur klappern in den Dosen, sondern auch rascheln.

Wichtig ist, dass der Abend neben dem Programm auch aus zahlreichen Begegnungen und Gesprächen bestand. Nicht jeder kennt schon alles und fühlt sich und den Verein dadurch bestätigt. Wer neu dabei ist, will nicht nur durch schöne Worte und bunte Bilder beeindruckt werden, sondern will auch persönliche Kontakte knüpfen können. Gelegenheit dazu gab es reichlich.

Der Heimweg in einer klaren Nacht bei Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt machte noch mehr Spaß als der Hinweg, denn jetzt war auf der Bockenheimer Landstraße nicht nur der Radweg, sondern auch die Fahrbahn frei.

Dank der Initiative des ADFC dürfen wir beides benutzen, aber wenn auf der Fahrbahn die Blechkarossen massenhaft herumstehen, ist das für Radfahrer ein eher theoretisches Doppelangebot.Ingolf Biehusen

Fast vergessen: Die Schmalzbrote!

Ingolf Biehusen

Inhalt Ausgabe 1 (Jan/Feb) / 2019

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