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Erkundung der Radwege rund um Dortelweil

Wie steht es mit der Förderung der Fahrradmobilität
in Bad Vilbel?

Fahrradabstellmöglichkeit am Nordbahnhof, Westseite? Bisher Fehlanzeige
Foto: Klaus Arabin

Unter dem Motto „Sichere und komfortable Radwege zwischen den Stadtteilen in Bad Vilbel und nach Karben“ radelten Mitte Mai Vertreter der SPD Dortelweil und des ADFC Bad Vilbel gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf ausgewählten Straßen und Wegen rund um Dortelweil. Ziel der Erkundungstour war es, dem Radverkehr in Bad Vilbel mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und auf Schwachstellen hinzuweisen. ADFC-Mitglied Christian Euler hatte die rund 16 Kilometer lange Radstrecke mit insgesamt zwölf Haltepunkten, die etwa zweieinhalb Stunden dauerte, in Abstimmung mit der SPD Dortelweil festgelegt. An den Haltepunkten wurden Besonderheiten wie fehlende Beschilderung, mangelhafter Fahrbahnbelag oder Lücken in der Radverkehrsführung vorgestellt und mit den siebzehn Teilnehmern im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert.

Holperstrecken.

Ein Dauerthema für die Rad fahrende Bevölkerung sind Schlaglöcher, tiefe Furchen und grobe Schottersteine auf Radwegen, die das Fortkommen stark erschweren und überdies bei Gegenverkehr und Überholvorgängen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Oftmals ließen sich die Gefahren mit einer Erneuerung das Fahrbahnbelags zu überschaubaren Kosten minimieren. Dies wurde gleich an der ersten Station, nach dem Bahnübergang zwischen der Sportanlage Dortelweil und dem Dottenfelder Hof, exemplarisch veranschaulicht.

Der Weg von Dortelweil-West zum Schulzentrum zwischen Kernstadt und Massenheim endet in einer Sackgasse
Foto: Maria Skorupski

Schulweg Friedberger Straße?

Ein weiterer Schwerpunkt der Tour war der Kreuzungsbereich Büdinger Straße / Friedberger Straße. Hier erläuterte Christian Euler zu dem angedachten neuen Schulweg von Dortelweil zum Schulzentrum entlang der Friedberger Straße auf dem für Radfahrer freigegebenen Bürgersteig: „Zwölf Aus- und Einfahrten auf einer Strecke von rund 250 Metern zwischen der Kreuzung Büdinger Straße und der nächsten Straßeneinmündung auf der Höhe des Bahnhofsvorplatzes – das sind inakzeptable Bedingungen für Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren. Die Schülerinnen und Schüler laufen gerade auch auf dem Bürgersteig Gefahr, von ein- und ausfahrenden Pkw-Fahrern, die etwa zur Tankstelle, zu den Supermärkten oder zum Schnellrestaurant möchten und sich dabei auf den Pkw-Verkehr auf der Friedberger Straße konzentrieren, übersehen zu werden. Hinzu kommen die auf dem Bürgersteig ordnungswidrig parkenden Fahrzeuge, die den Fußgängern und Radfahrern zugedachten Platz stellenweise mehr als halbieren. Kompromisslösungen sind häufig unzureichend umgesetzt. Radwege und -streifen müssen stets benutzerfreundlich und aus der Sicht der Radfahrer geplant werden und dürfen nicht übergangslos enden, etwa bei Kreuzungen oder Kreiseln.“

Fahrradabstellanlagen.

Auch dass der Westausgang des Nordbahnhofs bislang nicht mit Abstellanlagen für Fahrräder ausgestattet wurde, ist schwer erklärbar. In der Nachbarstadt Karben leistet man sich demgegenüber gar den „Luxus“ abschließbarer und überdachter Fahrradboxen. „Diese Boxen bieten eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Fahrrad am Bahnhof diebstahlsicher und witterungsgeschützt abzustellen, und außerdem bringen sie der Stadt durch die Vermietung Einnahmen, die helfen, die Kosten zu decken“, so Silke Heinemann, Vorsitzende des SPD-Ortsbezirks Dortelweil. An Parkraum für Autos haben die Verantwortlichen der Stadt Bad Vilbel zumindest am Nordbahnhof gedacht – Fahrradfahrer haben sie jedoch allem Anschein nach vergessen. Die SPD beschloss, hierzu Anträge in den Ortsbeiräten Dortelweil und Innenstadt einbringen, weil sowohl am Nordbahnhof als auch am Bahnhof in Dortelweil an Werktagen die Fahrradabstellplätze für Pendler nicht ausreichen und Fahrradboxen gänzlich fehlen.

Fehlende Umleitungswegweisung.

Den nächsten Haltepunkt bildete der schon mehrfach öffentlich behandelte abrupt gekappte Radweg zwischen Dortelweil-West über die Landschaftsbrücke bis zum Schulzentrum (siehe auch Frankfurt akuell 3/2016, S. 18 f.). Hier wurde die Vollsperrung in Augenschein genommen, die Radfahrer zu Umwegen zwingt, ohne dass sie auf Alternativstrecken hingewiesen würden. Noch immer (Stand 10. Juni 2016) stößt der ortsunkundige, von der Landschaftsbrücke kommende Radfahrer kurz vor der Homburger Straße unvermittelt auf eine Barriere. Auch in umgekehrter Fahrtrichtung, das heißt vom Schulzentrum kommend, steht man am Ende der Petterweiler Straße rätselnd vor einer Straßensperre.

Die Verbindung ist indes ein nicht nur von Schülern stark frequentierter Radweg. An ihrer Aufhebung zeigt sich, wie eine umsichtige Straßenverkehrsbehörde nicht vorgehen sollte. Im Interesse der Sicherheit und der Förderung des Radverkehrs ist es unerlässlich, für den Quellenpark während der Bauphase ein radfahrerfreundliches Wegemanagement zu praktizieren. Bei jeder Sperrung eines Wegs, aus welchem Grund auch immer sie erfolgt, muss die Stadt für Ausweis und Beschilderung von Umleitungen sorgen. „Da die bisherigen Aktivitäten keinen Erfolg hatten, wird die SPD entsprechende Anträge in die nächste Sitzungsrunde des Ortsbeirats Dortelweil und der Stadtverordnetenversammlung einbringen“, so der Dortelweiler Ortsbeirat und Stadtverordnete Michael Wolf.




Papperla-„Pappel“-Weg


Der Radweg von Vilbel
nach Karben,

der ist wirklich nur
zum Erbarmen.

Ein paar hundert Meter
fehlt der Asphalt,

doch den Vilbeler Stadtrat
lässt das kalt.

Er gehört, wie Ihr wisst,
zu den Armen.

Klaus Pfeil
Foto: Klaus Arabin


Kurzer Weg für Radfahrer zwischen Dortelweil und Karben?

Die achte Etappe der Tour führte von Dortelweil bis an den Ortsrand von Karben. Fahrradfahrer, die die schöne Wetterau genießen wollen, aber auch Pendler werden auf dieser Strecke regelmäßig vom „Pappelweg“ abgeschreckt. Dabei ist diese direkte Verbindung Bestandteil der vom Wetteraukreis gemeinsam mit den anliegenden Kommunen entwickelten und im Februar 2016 vorgestellten zukünftigen Radexpressverbindung „Kurze Wetterau“. Die Schlaglöcher auf dem „Pappelweg“, die eher wie Krater anmuten, sind eine Zumutung für Radfahrer/-innen ebenso wie für junge Familien, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind. Hierzu diskutierten die Teilnehmer praktische und auch alternative Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation vor Ort. So könnte etwa über einen bestehenden Feldweg, der den „Pappelweg“ kurz vor seinem Ende am Karbener Ortsrand mit dem Niddaradweg verbindet, eine nicht durch Pkw-Schleichverkehr gefährdete und trotzdem bestens ausgebaute Tangente entstehen.

Silke Heinemann
Christian Euler
Ute Gräber-Seißinger
Klaus Arabin


Inhalt Ausgabe 4 (Jul/Aug) / 2016

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