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Leserbriefe

Rot wird ein klein wenig Grün
(Frankfurt aktuell 3/2016)

Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Was echt nervt an den Frankfurter Ampelsystemen ist die Benachteiligung des nichtmotorisierten Verkehrs bei der Querung großer Kreuzungen und Straßen durch den Umstand, dass Fußgänger und Radfahrer oftmals zwei Ampelphasen brauchen, um die Querung zu schaffen. In vielen Fällen rückt man im ersten Takt nur bis zur Verkehrsinsel auf der Straßenmitte vor und steht vor der nächsten roten Ampel auf der zweiten Hälfte. Hier wäre eine bessere Schaltung der Ampeln ein deutliches Signal zur Beschleunigung des Radverkehrs und würde den Anreiz reduzieren, regelwidrige Querungen bei Rot zu wagen.

Andreas Beck


Bald mehr Anschluss
(Frankfurt aktuell 3/2016)

Im Artikel „Bald mehr Anschluss“ werden die Fahrradabstellanlagen im Wohngebäudeneubau der ABG an der Speicherstraße als erfreuliche, vorbildliche Abstelllösung in einem spektakulären Bau gepriesen – „so sollte es überall sein!“ So sollte es tatsächlich überall sein – oder besser gesagt: das ist das Minimum, denn die Richtzahltabelle aus Erlass vom 23.06.1992 für das Land Hessen schreibt für Mehrfamilienhäuser 2 – 4 Fahrradstellplätze pro Wohneinheit vor und: „Die Untergrenze aus der Richtzahlentabelle ist in jedem Fall zu gewährleisten.“ Dass die ABG hier nun als positives Beispiel angeführt wird, ist mehr als unglücklich, denn in anderen Projekten war sich unser städtisches Unternehmen für sozialen Wohnungsbau nicht zu schade, mit fadenscheinigen – um nicht zu sagen wissentlich falschen – Argumenten die Zahl der Abstellplätze gegenüber der Frankfurter Bauaufsicht auf 1,4 Plätze pro Wohneinheit herunter zu handeln. Außerdem kann man nur hoffen, dass der „spektakuläre“ Bau für die Bewohner sich auch in Zukunft bewährt und nicht so viele Probleme mit sich bringt, wie es leider in den Passivhäusern der ABG nicht nur einmal zu beobachten ist (siehe auch: passivhaus ffm.blogspot.de/).

Jörn Paulini

Jörn Paulini


Klappt noch nicht ganz!
(Frankfurt aktuell 3/2016)

Just dort (Kleyerstraße) begegnete ich letzten Herbst einem aggressiven Autofahrer: Da die Autos dort teilweise auf der Fahrbahn parkten, befand ich den Sicherheitsabstand zwischen Autos und Schienen zu gering und fuhr zwischen den Schienen. Das störte einen Autofahrer, der mich kurz darauf blockierte und auf meinen Hinweis, ich brauchte Abstand vor sich öffnenden Autotüren, mir vorschlug, ich solle entweder die sich öffnenden Autotüren riskieren (!) oder auf dem Gehweg fahren. Nach einem kurzen Wortwechsel drohte er mir Schläge an.

Ähnliches erlebte ich jüngst im Grüneburgweg, wo mich ein Autofahrer anschnauzte, man hätte als Radfahrer maximal in 1 m Abstand zum Fahrbahnrand zu fahren.

In Karben streifte ein Autofahrer meine Freundin mit dem Seitenspiegel. Statt sich zu entschuldigen, schnauzte der Senior sie an, wenn sie nicht Rad fahren könne, solle sie auf dem Gehweg fahren.

Zu diesen gezielten Aggressionen erleben wir zahllose Akte der Missachtung und Ignoranz wie forsches Heranfahren an Einmündungen, Missachtung von Radwegen auch an Absenkungen und anderen kritischen Stellen, unachtsames Öffnen von Autotüren, Missachtung der Vorfahrt an für Radfahrer frei gegebenen Einbahnstraßen und so weiter.

Auf die Gefahr hin, als politisch nicht korrekt gescholten zu werden, sehe ich doch eindeutige Muster: männliche Autofahrer, deutsche Senioren und jüngere Fahrer südosteuropäischer Herkunft fallen mir verstärkt unangenehm auf. Vermutlich haben beide Gruppen im Fahrschulunterricht noch die unselige Lehre von der Dominanz des Autofahrers gelernt. Die Folgen sind, dass der Machtkampf um das (Über-)Leben im Straßenraum von manchen Radfahrern dann an die Fußgänger weitergegeben wird. Ich gebe zu, gerade nach solchen Erlebnissen weiche auch ich an Stellen wie in der Kleyerstraße auf den Fußweg aus, bemühe mich dann aber um Rücksichtnahme.

Schön wäre es aber, wenn wir Wege finden, diese Art „Krieg“ auf unseren Straßen zu beenden.

Jochen Ickert


Ablenkungsmanöver
(Rhein-Main Extra Tipp, Mai 2016)

Gestern habe ich bei Rhein-Main Extra Tipp die Schlagzeile gelesen: Radfahrern auf Fußwegen nicht aus dem Weg gehen!

Für mich ist das ein Ablenkungsmanöver, das von dem wesentlich schlimmeren Schaden, den der Verkehr mit Verbrennungsmotoren anrichtet, ablenken soll. Nicht umsonst rät die Deutsche Krebshilfe dazu, verkehrsreiche Straßen zu meiden, um z. B. das Risiko von Leukämie zu senken. Diese Warnung geht Fahrradfahrer und Fußgänger gleichermaßen an.

Mein Büro liegt direkt an der Eschersheimer Landstraße (…). Die Quittung für das bisherige bedenkenlose Lüften: Leukämie.

Ich erhoffe mir von dieser Warnung, dass andere davon profitieren und dem Leukämierisiko aus dem Weg gehen, solange die Politik die Bevölkerung nicht angemessen vor der Abgasbelastung durch die Verbrennungsmotoren schützt.

Richard Göttlich

Inhalt Ausgabe 4 (Jul/Aug) / 2016

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