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Popup-Radwege

– gut für Berlin, München, Stuttgart und Düsseldorf.
Warum nicht auch für Frankfurt?

Bild zum Artikel Zweieinhalb Stunden brauchten am 28. Juni die Aktiven von ADFC und Radentscheid, um an Anlagenring und Cityring, also zweimal rund um die City, eine symbolische Bikelane aufzustellen. Reale Popup-Bikelanes brauchen schon etwas länger, aber diese wäre in wenigen Tagen auf die Straße gebracht.
Peter Sauer

Wie halten wir die Bahn- und Buspendler*innen, die derzeit coronabedingt den öffentlichen Nahverkehr meiden und deshalb Fahrrad fahren, davon ab, alle wieder aufs Auto umzusteigen? Spätestens nach den Schul-Sommerferien wird sich diese Frage mit Wucht stellen.

Ecki Wolf

Für viele käme als Alternative das Fahrrad in Frage – aber nur, wenn die Zustände auf den Straßen es den Neu-Radler*innen erlauben, sich halbwegs sicher zu fühlen. Dafür brauchen sie Platz und eine Mindestdistanz zum Autoverkehr, vor allem wenn dieser schneller als 30 km/h rollt. Autoverkehr gibt es – noch – weniger als in Vor-Corona-Zeiten. Warum also nicht einen Teil des Platzes auf der Straße provisorisch neu verteilen – eine Spur weniger fürs Auto, dafür eine ganz neue Spur fürs Fahrrad? Zuerst in Berlin (und Paris, New York, Brüssel) und dann in den letzten Wochen auch in München, Stuttgart oder Düsseldorf haben die Stadtverwaltungen diese Möglichkeit genutzt, auch weil das Einrichten eines Popup-Radwegs mit gelber Baustellenmarkierung und rotweißen Warnbaken technisch nicht anspruchsvoll ist. Hier sträubt sich das Verkehrsdezernat dagegen, mit Verweis auf die vielen anderen Vorhaben im Rahmen des Radentscheid-Koalitionsvertrages. Da können wir aus ADFC-Sicht nur sagen: man kann das eine Gute tun, ohne das andere lassen zu müssen!

Es gab mittlerweile drei Aktionen von ADFC und Radentscheid, um das Thema zu pushen – Ende April auf der Untermainbrücke, Ende Mai im Rahmen einer bundesweiten Bündnisaktion am Messeturm und zuletzt Ende Juni, als „rollender Popup-Radweg“, am kompletten Anlagenring und Cityring.

Unsere Vorschläge, wo in Frankfurt solche Popup-Radwege am sinnvollsten wären, haben einen realen Hintergrund. Anlagenring, Cityring, mittlere Eschersheimer Landstraße und die Strecke Baseler Platz – Am Hauptbahnhof sind alles Teile des Straßennetzes, an denen Tempo 50 herrscht und an denen es bis auf kurze Abschnitte am Anlagenring überhaupt keine Radverkehrsführung gibt! Für eine Stadt, die sich selbst „auf dem Weg zur Fahrradstadt“ sieht, ist das kein akzeptabler Zustand! Da kann der Popup-Radweg helfen: zur provisorischen Behebung dieses Mangels, und auch dafür, alle Verkehrsteilnehmer*innen schon einmal an die eigentlich angemessenen besseren Zustände in hoffentlich naher Zukunft zu gewöhnen!

Bertram Giebeler


Eine Dokumentation zu Popup-Radwegen im Anlagen- und Cityring steht als PDF zum Download bereit unter dem Kurzlink www.adfc-frankfurt.de/

Ausgabe 4 (Jul/Aug) / 2020

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