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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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links: Die Staufen-Runde: Belohnt wird die Schinderei mit toller Fernsicht am Staufenstein
rechts: Tour-Guide, erfahrene Mountainbikerin und begeisterter Trekkingradfahrer in Falkenstein
Fotos: Oliver Stöppler

Wir können auch "biken"

Neues Vokabular, aber bekanntes Glück auf zwei Rädern

Im Dezember 2016 startete ich den Feierabend-Workout für Schwalbach, der jeweils am 1. Mittwoch im Monat stattfindet. Erwartungsgemäß musste ich in den Wintermonaten meine angebotenen Touren alleine fahren. Im Februar und im März war die Witterung insgesamt besser geworden, und am 5. April ging es auf meine erste ADFC-MTB-Tour.

Falkenstein-Runde

Auf der Falkenstein-Runde begleiteten mich zwei Teilnehmer. Eine erfahrene Mountainbikerin und ein begeisterter MTK-ADFC-Trekking-radfahrer, der neugierig darauf war, Wege außerhalb der regulären Rad-Routen kennen zu lernen. Um "Offroad" mithalten zu können, hat er sich kurzentschlossen für die Tour ein MTB ausgeliehen.

Die Falkensteinrunde setzt sich aus mehreren Spezialitäten zusammen. Der 1. Teil ist der sportliche Uphill-Kurs. Er führt auf Radwegen von Schwalbach nach Kronberg zur Waldsiedlung-Oberursel. Von dort auf einem Waldweg am Stuhlbergbach entlang, über den Kaiser-Friedrich-Weg nach Falkenstein (Waldautobahn). Hier ist sportliche Fitness gefragt, da es von der Waldsiedlung ein paar lange Kilometer bergauf geht.

In Falkenstein fahren wir über einen breiten Wanderweg, einen – ich nenne ihn "Willensbrecher" – hinauf zum Dettweiler Tempel. Hier haben wir eine grandiose Fernsicht über Falkenstein hinweg nach Offenbach, Frankfurt und den Flughafen bis hin zum Odenwald.

Jetzt ist der 2. und technische Downhill-Teil der Tour erreicht. Vom Dettweiler Tempel geht es über einen kleinen Trail nach Königstein. Unser Trekking-Radler hatte bis hierhin gezeigt, dass er gut mithalten konnte. Doch nun befuhr er unbekanntes Terrain. Den Trail hinunter hat er im ersten Abschnitt geschoben, da die Steine auf dem Weg zu starke Treppenstufen bildeten. Er hat es sehr gut gelöst und hat sich nicht übermütig ins Ungewisse gestürzt. In Königstein lenkte ich in einen weiteren Trail oberhalb von Mammolshain ein. Den befuhren wir gemeinsam; er bereitete beiden Teilnehmern eine große Freude. Der Abschluss des Trails ging über die sogenannte "Donau-Welle". Sie beinhaltet eine Fahrspur mit großen waschbrettähnlichen Wellen und eine kleinere Wellenfahrspur. Nach kurzem Zögern wurde die kleine Welle von der MTB-erfahrenen Teilnehmerin souverän und mit viel Spaß gemeistert. Für die große Welle fühlten sich beide Teilnehmer noch nicht fit genug, weil diese Welle doch sehr steil und hoch ist. Dennoch hatten beide ihren Spaß, an diese Herausforderung herangeführt zu werden. Trotz Einbruch der Dunkelheit fuhren wir einen weiteren Trail am Waldbach bis zu den Sportplätzen in Neuenhain entlang. Von da aus über weitere Feld- und Waldwege zurück nach Schwalbach.

Beide Teilnehmer waren begeistert. Für den Trekking-Radler bot die Tour unerwartet viele neue und interessante Einblicke in die Facetten des Mountainbikens – die nächste Tour vielleicht schon mit einem eigenen MTB?

Staufen-Runde

Beim zweite Treffen waren wir zu viert. Ziel war dieses Mal der Staufen bei Kelkheim/Fischbach. Hier fordern nicht die langen Berge, sondern eher die kurzen aber steilen Uphill-Passagen, die sich bis zum Staufen steigern. Der steilste Abschnitt mit seiner 22?%-Steigung bietet den krönenden Abschluss unterhalb des Staufensteins. Belohnt wird die Schinderei mit schönen Naturwegen und toller Fernsicht am Staufenstein. Vom Staufen schießt man mit 50-60 km/h den Waldweg downhill Richtung Gundelhard und befährt dabei noch ein paar nette bewurzelte Trails. Über den Meisterturm in Hofheim fuhren wir auf Feldwegen, Grasspur- und Nebenwegen in Richtung Kriftel und weiter zurück nach Schwalbach.

Adlertreffen

Zum Treffen mit den Adlerkönigen fuhren wir zu fünft zur Waldsiedlung nach Oberursel. Wir waren erstaunt, als auf einmal ca. 15 Trekkingradfahrer eintrafen. Doch kurz darauf trudelten noch 5 Mountainbiker ein. Wir fuhren alle gemeinsam den Waldweg hoch zum Kaiser-Friedrich-Weg. Wir Mountain-biker pausierten kurz in einer Waldhütte. Auf schroffen und teilweise steilen Pfaden ging es dann an der "weißen Mauer" vorbei auf die hochgelegenen Wege um den Altkönig. Belohnt wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang und der genialen Downhillfahrt Richtung Falkenstein. Schon auf den ersten Downhillmetern mussten wir allerdings einen zu schlapp gepumpten Reifen wegen eines Snakebites flicken. Im weiteren Verlauf hat dann noch ein weiterer Reifen den Geist aufgegeben. Man kann die Traktion durch das Ablassen von Luft zwar steigern, aber wenn der Reifen zu wenig Luftdruck hat, sollte man an den Steinen vorbeizirkeln oder langsamer fahren.

Langsam setzt die Dunkelheit ein, das Licht muss jetzt am Rad montiert werden. Wir bewegen uns auf technisch anspruchsvollen Wegen, Konzentration ist gefordert um nicht an einem aus dem Boden ragenden Felsstein eine Rolle zu machen. Kleine Stufen versüßen den Kurs. In Falkenstein angekommen fahren wir noch einen Fußweg unterhalb der Burg, herunter dann nach Königstein. Auf dem letzten Trail im Mammolshainer Wald überschlug sich unser ältester Mitstreiter aus unerklärlichem Grund. Da wir ausreichend Abstand untereinander einhalten, kam es nicht zu einem Massensturz. Glücklicherweise gab es, abgesehen von einer Prellung in der Schulter, nur ein verbogenes Vorderrad.

Da wir Biker zusammenhalten, hat sich sofort jemand bereit erklärt, sein Auto zu holen um Fahrer und Bike nach Hause zu fahren. Abgesehen vom Sturz war das eine sehr abenteuerliche und aufregende, geile Tour.

Team gut, Bikes gut, Laune noch besser! Wer Lust hat dabei zu sein, meldet sich einfach bei mir unter: Oliver Stöppler .

Oliver Stöppler,
zertifizierter ADFC-Tour-Guide