Button
Button
Button
Button
Button
Button
Button
Button

Radfahren in Eschborn, Teil 2

Eine Maßnahme mit großer Wirkung: Fahrradabstellanlagen

Bild zum Artikel Links: Am Bahnhof Eschborn ist viel Platz – aber zu viele geschrottete Räder stehen hier verloren herum.
Rechts: Vorbildlich am Sportplatz Niederhöchstadt – genügend Abstellbügel für alle
Helge Wagner

In der letzten Ausgabe der Frankfurt aktuell berichteten wir über die Situation des Radfahrens in Eschborn und den Stillstand in der kommunalen Radverkehrspolitik. Mit einigen Maßnahmen würde der Radverkehr deutlich gefördert und damit verbessert werden. Das erkennt man heute schon!

Eine Möglichkeit zur deutlichen Förderung des Radverkehrs besteht in den Fahrradabstellanlagen vor Ort! Wir brauchen mehr davon! Statt die Brötchen mit dem Pkw zu holen, eher mal aufs Rad steigen; für die Fahrt zum Sportverein das Auto stehen lassen und das Bike schon mal zum Aufwärmen nutzen; von einem Ortsteil zum anderen über verkehrsarme Radrouten durchs Grüne strampeln. Zum Einkaufen im Supermarkt am Stadtrand kann Frau oder Mann das Rad genauso nehmen wie zu Fahrten zum Rathaus, zum Vereinstreffen oder zum Besuch von Freunden im übernächsten Stadtviertel. Viele Eltern nehmen das Rad mit den Kleinen im Kindersitz oder auf dem Kinderrad, um zum Eschborner Traktorspielplatz zu kommen.

Mit dem Rad ist man bei dem dichten städtischen Verkehr im Ort schneller und besser unterwegs. Dann sind Radabstellmöglichkeiten heiß begehrt. In Eschborn ist zu beobachten: Sind diese Anlagen erst mal vorhanden, dann werden sie auch fleißig genutzt. Leider mangelt es an vielen Stellen an ausreichenden und geeigneten Installationen zum „Anleinen des Stahlrosses“. Viele Modelle sind unmöglich oder veraltet. Gelegentlich sind die Gestelle einfach nur auf dem Boden abgelegt und damit beim Einstellen oder Rausziehen des Rads völlig instabil. Im ungünstigen Fall reißt man die anderen Räder mit um.

Da es inzwischen Fahrräder mit ganz unterschiedlichen Reifenbreiten gibt, gehören besagte Vorrichtungen an die neuen Anforderungen angepasst. Auch E-Bikes und Pedelecs benötigen andere Bedingungen zum Festmachen als ein kleines Rad, das in die Felgenkiller gequetscht wird. Der Diebstahlsicherheit dient auch, das Rad mit dem Rahmen anschließen zu können. Hier sollte die Zukunft und die Verbreitung der E-Bikes nicht verschlafen werden. Dazu die ADFC-Kreisvorsitzende: „Mit dem Pedelec wird auch der Taunus flach ... .“ Und das bedeutet Zunahme des Radverkehrs im Alltag!

Radförderung durch erweiterte Stellplatzsatzung
Vor einigen Jahren wurde die örtliche Stellplatzsatzung dahingehend ergänzt, dass beim Neubau bzw. der Errichtung von Gebäuden – öffentlich oder privat – eine entsprechende Anzahl an Stellplätzen für Fahrräder zu schaffen ist. Die Ortssatzung sollte aber um den Begriff „geeignete und zweckmäßige Abstellanlagen“ ergänzt werden. Denn: Nicht immer erfüllen Fahrradabstellanlagen die Erfordernisse der heutigen Zeit, und beim Einrichten einer Fahrradabstellanlage sollte man sich an der Vorgabe orientieren. Oftmals begnügen sich Bauherrn oder Bauträger mit den billigsten und einfachsten Metallgestellen. Und: Leider sind Bestandsgebäude von der Erweiterung der Ortssatzung ausgenommen. Nicht immer sind in Mehrfamilienhäusern ausreichend Unterstellmöglichkeiten für Räder vorhanden, in älteren meist gar keine. Vor vielen öffentlichen Einrichtungen und Gebäuden sowie auf Privatgelände errichteten Ladenzentren oder Gewerbegebäuden bestehen nur mangelhafte Abstelleinrichtungen oder überhaupt keine. Selbst an der Polizeistation in Niederhöchstadt sieht man weit und breit keine Möglichkeit, sein Rad sachgerecht und sicher anzuschließen. Ebenso mangelt es in der „Neuen Stadtmitte“ und am Ladenzentrum in der Nähe des Bürgerzentrums. Selbst bei einem großen Möbelhaus, das jährlich seinen Parkplatz als Startfläche für das 1.-Mai-Radrennen bereitstellt, ist keine Fahrradabstellanlage zu finden. Das Ergebnis ist: Man schließt sein Gefährt an einer beliebigen Stelle an und behindert damit nicht selten den Fußweg.

Bild zum Artikel Viel zu klein für den Bedarf – Abstellanlage in der Götzenstraße
Helge Wagner

Dabei wäre es so einfach: Ein Großmarkt in Eschborn war so vorrausschauend, eine ausreichende Zahl an Bügeln zum Anschließen eines Velos zu installieren (die oftmals voll belegt sind). Inzwischen stellen sich Supermärkte darauf ein und werden damit kundenfreundlicher. Passende Fahrradbügel erleichtern ein schnelles und sicheres Abschließen des zweirädrigen Gefährts (auch jenes mit drei Rädern). Auch ist zu beachten, dass Vorrichtungen zum Radanschließen im öffentlichen Raum, an Gehwegen und Plätzen, installiert werden. Wer mal schnell um die Ecke zum Etwas-erledigen-wollen radelt, sucht die entsprechende Einrichtung und ist erfreut, diese auch um die Ecke vorzufinden. Wenn diese Abstellanlagen noch einen Bügel hätten, wäre das prima! Sicher, nicht jeder Wunsch nach einer Anschließvorrichtung lässt sich an beliebiger Stelle realisieren, man sollte aber zufriedenstellende und flächendeckend aufgestellte Radabstellvorrichtungen als Ziel definieren. An einem Friedhof reicht sicherlich eine kleine Anzahl an Radbügeln, bei einer Sporteinrichtung wären fünf oder sechs einfach zu wenig.

Brennpunkte des Radparkens
Mit der Neugestaltung der Unterortstraße wurde versäumt, gerade bei den gastronomischen Betrieben deutlich mehr Fahrradparkplätze zu installieren. Zudem sind einige in ungünstiger Position zu den Pkw-Parkplätzen aufgestellt worden, sodass Sachschäden abzusehen sind. An der Neuen Stadtmitte fehlt ebenso eine ordentliche Anlage. Leider wird der ADFC zu Beratungen über (Straßen-)Baumaßnahmen nicht einbezogen, um seine Kompetenz in Sachen Radverkehrsanlagen einzubringen. Auch findet die ERA („Empfehlungen für Radversanlagen“ – siehe Frankfurt aktuell, Nr. 5/2018) keine Beachtung.

Auch am Niederhöchstadter Bahnhof ist eine Ausweitung der Abstellanlage dringend erforderlich. Viele Räder werden ans Geländer angeschlossen. Das sieht nicht nur unschön aus, es behindert auch die Fußgänger. Zwar sollen bei einem Umbau des Bahnhofs ausreichende Radabstellvorrichtungen installiert werden. Nur wann damit begonnen werden soll, weiß keiner. Platz wäre ja da. Man bräuchte nur die uralte, verrostete Anlage gegen Fahrradbügel austauschen (Boxen, Bügelanlage). Dazu kann man Fördermittel beim Land beantragen.

Innovativ wäre es auch, eine Radabstelleinrichtung mit Aufladestation für E-Bikes zu realisieren. In einem überdachten Radparkhaus, z. B. am S-Bahnhof Eschborn-Süd, könnten per NFC-(„Nahfeld-Kommunikation“) oder Blue-tooth-Anschluss vorinstallierte Radrouten zu einem bestimmten Ziel im Ort oder am Stadtrand auf das Navi am Velo oder das Smartphone geladen werden. Da immer mehr elektrisch unterstützte Räder zu sehen sein werden, sind weitere Aspekte der Digitalisierung beim Radfahren anzudenken. Leider ist die Installation weiterer Fahrradboxen bis heute noch nicht in die Gänge gekommen. Unter Telefon 06196-490-218 oder fahrzeuge@eschborn.de (beides Stadtverwaltung Eschborn) kann man ja schon mal vorbuchen ...

Auch sollte an eine Änderung der Bauordnung gedacht werden. Vielfach ist die Unterbringung von Rädern in Garagen durch eine Verordnung untersagt. Eine Familie, die auf ihr privates Auto verzichtet und hin und wieder einen Leihwagen mietet, darf bisher nicht einfach den frei gewordenen Platz in der Garage mit Fahrrädern belegen. Hier muss umgedacht werden!

Der ADFC trägt gerne mit seinen Ideen, Vorstellungen und Forderungen zu einer zukunftsfähigen Radverkehrspolitik bei und wird diese in der örtlichen Rad-AG einbringen und fordert deswegen die Wiederbelebung der Rad-AG. Hier können Maßnahmen zur Verbesserung der Radabstelleinrichtungen beraten werden.Helge Wagner

In der nächsten Ausgabe von Frankfurt aktuell soll der Radverkehr mit dem Ausbau einer integrierten Nahmobilität vor Ort beleuchtet werden.


Abstellanlagen in Eschborn und Niederhöchstadt

Inzwischen arbeitet der ADFC an einem Plan zu den öffentlich zugänglichen Radabstellanlagen in Eschborn und Niederhöchstadt. Die Mitglieder beraten diese Aufstellung, um sie überarbeitet einem Fahrradbeauftragten vorlegen zu können. In der Rad-AG kann darüber beraten werden, welche Maßnahmen an welcher Stelle zur Verbesserung des Radabstellens durchgeführt werden sollen.




Brigitte Rebna
Helge Wagner

Brigitte Rebna – Rentnerin

In meiner Stadt Eschborn bin ich nur mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs. Alle Einkäufe des täglichen Bedarfs besorge ich mit dem Rad. Auch in die Großstadt Frankfurt fahre ich auf diese Weise, weil ich dann keine Probleme mit der Parkplatzsuche habe. Außerdem kann ich mit meinem Fahrzeug überall vor die Tür fahren und habe dadurch keine langen Fußwege. Auch radle ich zu meinem SeniorenNet über den Marbachweg nach Seckbach, eine wirklich stark befahrene Straße mit guter Radwegführung. Und jedes Jahr mache ich Urlaubsreisen mit dem Fahrrad.


Victor Weissenburger
Helge Wagner

Victor Weissenburger – Physiotherapeuth
Ich nutze das Rad, um zur Arbeit zu kommen. Von der Strecke und der Fahrzeit her ist der Weg mit dem Auto deutlich länger. Schnelle Besorgungen sind auch viel rascher mit dem Rad zu erledigen, zum Beispiel zur Post, zum Rewe, zum Friseur.


Waltraud Peter
Helge Wagner

Waltraud Peter – Rentnerin
Ich bin viel mit dem Rad unterwegs und nutze mehrere Räder zu verschiedenen Zwecken. Mit einem fahre ich insbesondere zum Einkaufen und um Besorgungen in Eschborn zu erledigen. Mit einem anderen Rad, einem Pedelec, unternehme ich viele Radtouren in die Region und gehe damit auf Urlaubs- und Mehrtagestouren. Dabei lernt man viel Neues kennen. Auch nutze ich das Rad, um zu meinen Sportstunden im Verein zu kommen.

Helge Wagner

Inhalt Ausgabe 6 (Nov/Dez) / 2018

spacer-gif

© ADFC Frankfurt am Main e.V. 2010-2015, 2016