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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Einziger Tagesordnungspunkt: Kommunikation

Anerkennung für die Aktiven bei der Weihnachtsfeier des ADFC Frankfurt

Bild zum Artikel Ein Buch zur Geschichte des Fahrrades und ein ADFC-Lebkuchenherz für die Aktiven – Anne Wehr verteilt die Gaben während der Weihnachtsfeier 2017
Foto: Eckehard Wolf

Für Überraschungen sorgte bei dieser Weihnachtsfeier das Wetter. Am Vormittag hatte ein eiskalter Wind geweht. Wer sich deshalb am Abend warm eingepackt aufs Fahrrad setzte, der kam verschwitzt an, es war plötzlich deutlich wärmer geworden.

Das Vorbereitungsteam hatte wieder ganze Arbeit geleistet. Der Saal war dezent weihnachtlich geschmückt, auf jedem Tisch stand Gebäck bereit und neben dem Eingang waren Getränke und belegte Brote vorbereitet.

Eigentlich ist die Weihnachtsfeier so etwas Ähnliches wie eine Mitgliederversammlung, nur weniger förmlich und mit nur einem einzigen Tagesordnungspunkt: Kommunikation. Die fand auf vielfältige Weise statt, z. B. durch ein simples Blatt Papier an der Eingangstür, auf dem sich eintragen konnte, wer bereit ist, regelmäßig das Tourenprogramm an selbst bestimmten Orten auszulegen oder abzugeben.

Wer seine Tischnachbarn fragte, was sie im Verein so machen, bekam einen guten Überblick über die Aktivitäten. Wer gezielt nach bekannten Gesichtern Ausschau hielt, konnte ohne großen Aufwand an einem Abend viele Absprachen treffen. Nachdem Anne Wehr praktisch alle anwesenden Aktiven vorgestellt hatte, gab es noch mehr Anknüpfungspunkte.

Zunächst aber – Auftritt Helmut Lingat, mit einem Gedicht, das blutrünstiger ausfiel als die Prosa der vergangenen Jahre, das aber einem bekannten Autor zugeschrieben wird: Vicco von Bülow, alias Loriot.

Anschließend nahm sich Anne Wehr wieder einmal der schwierigen Aufgabe an, ein Jahr Arbeit des ADFC Frankfurt in wenigen Minuten zusammen zu fassen, und das in einem Jubiläumsjahr mit Rückblicken über Jahrhunderte. Die Reformation vor 500 Jahren und die Erfindung des Fahrrads vor 200 Jahren haben die Welt verändert. Dabei ist das Fahrrad wichtiger als je zuvor, wird es doch dringend benötigt, um die Erderwärmung auf ein erträgliches Ausmaß zu begrenzen. Daran hatte das kleine Grüppchen Unentwegter, das vor noch nicht ganz 40 Jahren den ADFC gründete, kaum denken können. Visionäre waren sie aber trotzdem in einer Zeit, in der sich Radfahrer die Streckenführungen für Touren noch mühsam selbst zusammensuchen mussten und in der es praktisch keine Wegweiser für sie gab. Inzwischen steht der ADFC Frankfurt mit mehr als 3000 Mitgliedern und vielen Arbeitsgruppen sehr erfolgreich da. Den Leitern und Leiterinnen der Arbeitsgruppen und anderen Funktionsträgern wurde als Anerkennung ein Buch zu 200 Jahren Fahrradgeschichte und ein ADFC-Lebkuchenherz überreicht.

Anne Wehr zählte dann die vielfältigen Arbeitsbereiche im ADFC auf und bat die dort jeweils Aktiven, die Hand zu heben. Einige Hände blieben bei der Aufzählung fast dauerhaft oben, andere erschienen nur einmal. Nicht jede Arbeit im ADFC muss gleich ein Zeitfresser sein.

Leichtfüßig wie gewohnt kam Bertram Giebelers Pixelshow daher, war aber in Wirklichkeit sorgfältig durchkomponiert. Gezeigt wurde, wie enorm vielfältig die kurzen oder auch langen Touren des ADFC Frankfurt sind. Nicht nur die Strecken und Ziele sind handverlesen, sondern auch die Themen, zu denen manche Tour angeboten wird. Im Jubiläumsjahr ging es zwar auch um Martin Luther und den Freiherrn von Drais, aber z. B. auch um Elvis Presley und um Architektur in Frankfurt. Viele Erfolge der Verkehrspolitik des ADFC Frankfurt ließen sich anschaulich darstellen, auch ein paar bisher ungelöste Aufgaben. Das 3000ste Mitglied wurde ins rechte Licht gerückt, Ehrenpreise noch einmal in Erinnerung gerufen, die Gedenkstele für Harald Braunewell an der Nidda, die Highlights RadReiseMesse, Radler-Fest und bike-night, der bike+business Award für die Messe Frankfurt und sogar ein selbstfahrender Omnibus, der es mit Mühe und Not schafft, wegen eines Radfahrers zu bremsen. Am 7. Dezember frische Bilder von Fahrrädern im Schnee zeigen zu können, gelingt auch nicht jedes Jahr.

Gegen Ende der Feier kam es dann zu einer regelrechten Modenschau in Sachen Regengarderobe. Draußen regnete es Bindfäden und die Pfützen auf den Fahrbahnen, die den Breitreifen-SUV-Fahrern gute Gelegenheiten boten, Radfahrer nasszuspritzen, verrieten, dass es wohl noch viel mehr Regen gegeben hatte, während wir im Trockenen zusammen saßen. Spaß machte es trotzdem, die Feier und die Heimfahrt.

Ingolf Biehusen