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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe

Editorial

Foto: Sigrid Hubert

Sätze wie aus einer radikalen Propagandabroschüre: "Der Fahrradfahrer ist, eigentlich noch vor dem Fußgänger, der ja selten auf der Straße läuft, das schwächste, ungeschützteste Glied in der verkehrstechnischen Nahrungskette, an deren oberem Ende immer mehr SUVs von zwei Tonnen Lebendgewicht und mindestens 400 PS stehen. (...) ... verglichen zumal mit Frankfurt, das immer stärker von unverschämtestem, manchmal schon direkt kriminellem Auto-Rowdytum terrorisiert wird, ...". Gefunden habe ich diese Sätze auf den Seiten des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, eines Blattes, das eigentlich jeglicher radikalen Propaganda unverdächtig ist. Im Beitrag ging es um die Fahrradstadt Münster, um Pkw-Dichte, um Unfallzahlen und um das, was eine Stadtverwaltung auch tun kann: Den Radverkehr zu fördern, ohne Wenn und Aber.

Solche Texte verstören manche Leser dieser Zeitung, und ihrer Verstörung verleihen sie Ausdruck. "Der Autor gehört zu den neuerdings in der Republik politisch ideologisierten Anhängern der Fahrrad-Zunft. Ähnlich wie die Grünen, die uns vorschreiben wollten, was wir täglich zu essen hätten, versucht die Politik eine Nation der Radfahrer zu kreieren. Ob krank, (ur)alt oder gebrechlich, alle marsch, marsch aufs Rad! Die Fußwege werden zunehmend von den ideologisierten Radfahrern mit einer Frechheit in einer Vielzahl benutzt, dass man Glück haben muss, als Fußgänger nicht unter die Räder zu kommen." Das schreibt ein offensichtlich wütender Leser aus Hamburg und er weckt damit bei mir Zweifel darüber, ob hinter dieser Zeitung, wie in der Werbung lange behauptet wurde, immer ein kluger Kopf steckt. Oder ob die klugen Köpfe inzwischen nur noch in der Redaktion des Blattes zu finden sind. Das wäre auch eine Nachricht.

Weiter mit der Presseschau: "Der Fahrrad-Club bietet keine Lösungsansätze", behauptet der Bad Vilbeler Verkehrdezernent in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau. Der Verkehrsdezernent bezieht sich auf eine Stellungnahme des ADFC Bad Vilbel zur Verkehrspolitik in der Stadt. "Verkehrter Verkehr in Bad Vilbel" heißt es auf der ADFC-Website und, gedruckt, in diesem Heft auf den Seiten 14 und 15. Beides, das Gespräch in der FR und, vor allem, der Beitrag der ADFC-Aktiven, ist lesenswert. Und zeigt, dass wir etwas in Bewegung bringen können.

Das scheint mir ein gutes Signal für das neue Fahrrad-Jahr zu sein! Bleiben wir im Gespräch, reden wir miteinander. Ohne "Fake News" und ohne uns im Ton zu vergreifen.

Peter für das Redaktionsteam