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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Uta Irgens

Editorial

Muss das alles so lange dauern? Geht's denn nicht ein bisschen schneller? Das scheinen die Fragen unserer Zeit zu sein – und zwar mit Recht. Gemeint ist nicht die Ungeduld in der Schlange an der Supermarktkasse und schon gar nicht die aggressive Drängelei auf der Frankfurter Schloßstraße .

Es sind vielmehr die existenziellen Fragen, bei denen, die Zeit drängt: Wie schnell kommen die Covid-Impfungen voran, damit wir wieder gesund miteinander leben können? Wie schnell gelingt es, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, um die schlimmsten Klimaveränderungen doch noch abzuwenden? Wie schnell realisieren wir eine Verkehrswende, die wir zur CO2-Reduktion so dringend brauchen? Diese Fragen mit Ungeduld zu stellen, ist das einzig Richtige. Das Gefühl früherer reformerischer und aufklärerischer Bewegungen, die Zeit auf ihrer Seite zu haben, ist uns abhanden gekommen. Die Zeit läuft uns davon. Wir können nicht mehr warten. Die Veränderung muss jetzt, muss sehr viel schneller kommen.

Dass wir die Verkehrswende nicht an bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen vorbei beschleunigen können, wie uns Torsten Bertram von Hessen Mobil erklärt, ist gewiss richtig. Allerdings lassen sich auch immer wieder Beispiele finden, wie schnell plötzlich Dinge funktionieren, wenn nur der ernsthafte politische Wille dahinter steht. Deshalb ist Ungeduld eine Tugend. In Frankfurt ist es dem vom ADFC unterstützten Radentscheid sogar gelungen, den politisch Verantwortlichen etwas von ihrer Ungeduld "einzuimpfen", wenn man so ein Bild in diesen Zeiten überhaupt verwenden darf. Die zügige Umsetzung vieler Radentscheid-Maßnahmen, allen voran die Einrichtung der Nord-Süd-Fahrradachse brachte der Stadt den Aufsteiger-Titel beim ADFC Fahrradklima-Test ein. Wir gratulieren und rufen ein sehr ungeduldiges "Weiter so!" in Richtung Römerberg, der sich ja gerade neu sortiert.

Diese Ungeduld werden wir weiter bitter nötig haben. Die Verkehrswende kommt nicht von allein, sie droht sogar gegen die Wand zu fahren, wenn es nicht gelingt, die irrsinnigen Ausbaupläne . der A5, die auch für den Radverkehr fatale Folgen hätte, zu verhindern. Alle der Vernunft zugetanen Politiker:innen sollten dem eine klare Absage erteilen – und zwar sehr schnell, findet

Torsten für das Redaktionsteam