Die Alte Oper und das Grüne Abo
Der ADFC und das Konzerthaus wollen ihre Kooperation beim „Grünen Abo“ fortsetzen
In Frankfurt aktuell 6-2025 hatten wir über die Kooperation des ADFC mit der Alten Oper im Rahmen eines „Grünen Abos“ berichtet. Die Aufgabe des ADFC besteht darin, Konzertgästen einen Technik-Check, eine Rahmen-Codierung und gegebenenfalls einen Schnellputz ihrer Räder anzubieten und diese bis zum Ende der Veranstaltung sicher zu parken. Inzwischen können wir auf vier Veranstaltungen mit der Alten Oper zurückblicken, mit wachsendem Interesse vonseiten des Publikums. Die Alte Oper will die Kooperation mit dem ADFC beim Grünen Abo fortsetzen, eine weitere Spielzeit ist bereits geplant.
Nach dem vierten Konzert der Abo-Reihe am 21. April, bei dem sich wieder Aktive des ADFC um die Fahrräder der Besucher:innen kümmerten, hatte das Konzerthaus zu einem „Talk an der Bar“ eingeladen.
Nicht nur das Grüne Abo, sondern vor allem das Gespräch mit dem Pianisten Fazil Say, direkt nach seinem umjubelten Auftritt im Großen Saal, lockte viele Besucher:innen an die Bar. Neben dem Künstler waren Markus Klose, CEO bei der Zurich Insurance Europe AG, die als Sponsor der Alten Oper agiert, sowie Bertram Giebeler vom ADFC zum Talk geladen, der von Natascha Pflaumbaum vom Hessischen Rundfunk moderiert wurde.
Mit Fazil Say wurde vor allem über Musik gesprochen, über seine Interpretation von Werken Johann Sebastian Bachs, über seinen Umgang mit Kompositionen aus zurückliegenden Jahrhunderten. Aber auch der Klimawandel beschäftigt den Pianisten. „Wir Künstler müssen zu dieser Klimakrise wirklich ernsthaft etwas sagen – mit unserer Kunst, nicht nur mit Interviews, sondern mit unserer Musik!“ lässt er sein Publikum wissen, das ihn noch einmal mit Applaus verabschiedet und ihm, auf ein Autogramm hoffend, in den Seitenflügel der Bar folgt.
Der „grüne“ Teil des Talks fand dann zwar vor weniger, dafür aber sehr interessiertem Publikum statt. Bertram Giebeler wies im Gespräch mit Natascha Pflaumbaum auf das Potenzial des Radverkehrs hin. Frankfurt sei eine der fahrradfreundlichsten Großstädte Deutschlands, machte er Mut, und die Alte Oper einer der am einfachsten per Rad zu erreichenden Orte in der Stadt. Mit Blick ins Publikum ließ er auch das Kleidungsproblem, angesprochen von der Moderatorin, nicht gelten. Kämen doch viele der Besucher:innen in „gehobener Freizeitkleidung“ ins Konzert. Damit könne man selbstverständlich auch Fahrrad fahren. Und der Sorge davor, dass ein teures Rad nach dem Konzert nicht mehr vorzufinden sein könnte, werde ja gerade in der Zusammenarbeit mit dem ADFC im Rahmen des Grünen Abos begegnet. Gut bewacht stehen die Räder direkt vor der Alten Oper. Es gäbe also kaum einen Grund, nicht mit dem Fahrrad ins Konzert zu kommen.
Nachhaltigkeit ist auch der Zürich-Versicherung als Sponsor der Alten Oper wichtig. CEO Markus Klose beantwortet die Frage, ob er heute schon etwas für die Umwelt getan habe, mit ja. Er sei von Zürich nach Frankfurt mit der Bahn gefahren und anschließend ins Büro gelaufen. Das mag auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein, doch da bei der Zürich bis vor kurzem zwischen Frankfurt und der Schweiz geflogen wurde, ist auch das ein wichtiger Schritt in der Klimadebatte. Alle Kolleg:innen seien angehalten, wenn irgend möglich die Bahn statt des Flugzeugs zu nutzen, erklärt der CEO. Er selbst habe sich auch erst daran gewöhnen müssen, schätze aber inzwischen die Bahnreisen sehr – und nutze die Reisezeit natürlich auch zum Arbeiten.
Gewöhnen könne man sich auch an das Radfahren, meint Bertram Giebeler. Man stelle bereits nach kurzer Zeit fest, dass Radfahren Spaß mache, man nicht nur physisch, sondern auch mental morgens erfrischt am Arbeitsplatz ankomme. Und das Wetter? Frankfurt sei eine der wärmsten Städte im Land, hier sei es zumeist weder zu kalt oder zu nass, um sich aufs Rad zu schwingen. „Ein gelungener Tag kann schon mit einer gelungenen Radfahrt beginnen. Und das trifft natürlich auch auf einen gelungenen Konzertabend zu“, beschließt er das Gespräch.
Beim Verlassen des Konzerthauses werde ich, wohl wegen des ADFC-Logos auf meiner Jacke, von einem jungen Paar angesprochen. Die beiden bedanken sich ausdrücklich für unser Engagement und besonders für unseren Einsatz vor der Alten Oper, bevor sie mit einem fröhlichen „Gute Fahrt und gute Nacht“ mit ihren Rädern in der Dunkelheit verschwinden.














