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Startschuss in Zeilsheim

Frankfurt bekommt Fahrradwegweisung!

Verkehrsdezernent Stefan Majer mit Schraubenschlüssel – Montage des ersten Schilderbaums des Frankfurter Fahrrad-Wegweisungssystems
Foto: Torsten Willner

Seit langem (Anfang 2013) waren wir an der Vorbereitung beteiligt, im Mai 2014 hatten wir es in Frankfurt aktuell etwas voreilig-optimistisch angekündigt (Titel damals: „Wir sind schon bald vernetzt“), jetzt beginnt tatsächlich die Umsetzung. Frankfurt bekommt, was andere Großstädte (Berlin, Bremen, Essen, Karls­ruhe) schon länger haben: eine wegweisende Beschilderung für den Alltags-Radverkehr.

Der Startschuss dazu fiel am Mittwoch, den 17. Februar, an der Kreuzung zweier Radwegverbindungen am S-Bahnhof Zeilsheim. Verkehrsdezernent Majer erläuterte vor der Presse, wie es in nächster Zeit weitergehen soll. In diesem Jahr sollen der Westen und Norden ausgeschildert werden, im kommenden Jahr 2017 der Osten, der Süden und die City. Das Netz hat über 700 km Streckenlänge und über 900 Knotenpunkte – mit Schilderbäumen wie dem, der jetzt in Zeilsheim aufgestellt wurde. Über 4.000 Hauptwegweiser (Schilder wie auf dem Foto) sind zu erstellen und anzubringen. Vor komplizierten Kreuzungen wird es tafelartige Vorwegweiser zur Orientierung geben. Zusätzlich gibt es noch unzählige Zwischen- und Bestätigungswegweiser.

Zwei ADFC-Aktive wissen es jetzt grün auf weiß: hier geht's nach Höchst! Helmut Lingat, Kreisvorstand und Stadt-teilgruppe West (mit ADFC-Weste), und Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher ADFC Frankfurt
Foto: Torsten Willner

Das ganze ist eine durchaus sportliche Aufgabe für das mit der Koordination beauftragte Referat 66a (Mobilitätsplanung). Schon die Installation innerhalb von zwei Jahren ist nicht einfach, denn die Beschilderung muss mit dem Programm zur Schließung von über 150 Netzlücken koordiniert werden. Netzlücken bedeuten nicht Komfortprobleme, sondern tatsächlich legal und sicher befahr­bare Passagen; und es geht schließlich nicht, einen Radfahrer mit einem Wegweisungsschild auf eine solche Passage zu schicken.

Auch die anschließende ständige Überwachung und Pflege (baustellenbedingte Umleitungen, Vandalismus, Grünbewuchs) erledigt sich nicht von selbst. Der ADFC kennt das vom hessischen Netz der touristischen R-Radwege, deren Pflege das Land unserem hessischen Landesverband übertragen hat. Wir empfehlen dringend, in den Folgejahren hierfür stabile personelle Verantwortung zu schaffen und entsprechende finanzielle Ressourcen im Etat zu verankern.

Nach dem Motto „was lange währt wird endlich gut“ sind wir optimistisch, dass das Wegweisungssystem planmäßig fertig wird und den Frankfurtern (von denen ja zehntausende jährlich zuziehen und sich nicht gleich in jedem Winkel auskennen) das Rad fahren erleichtern wird.

Jedenfalls ging es schon zwei der am Ortstermin beteiligten alteingesessenen Bürgern aus dem Westen so: den ausgeschilderten Weg nördlich der S2 nach Höchst kannten sie noch nicht. Na bitte!

Bertram Giebeler


Inhalt Ausgabe 2 (Mär/Apr) / 2016

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