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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Mitgliederversammlung 2020

Neuer Vorstand, solide Finanzen, viel mehr Mitglieder

Bild zum Artikel Der neue Vorstand (von links): Alexander Schulz, Klaus Schmidt-Montfort, Dr. Susanne Neumann, Helmut Lingat, Denis Reith, Ansgar Hegerfeld, Sigrid Hubert, Svea Birte Schuch. Es fehlt: Rainer Hübner.
Foto-AG

Am 6. Februar fand im Bürgerhaus Bornheim die jährliche Mitgliederversammlung des Kreisverbands Frankfurt statt. Das Klima innerhalb des Vereins war natürlich ungetrübt, voller Vertrauen, geprägt von Offenheit und großer Bereitschaft zu weiteren Aktivitäten.

Das Weltklima aber hat sich ganz offensichtlich gewandelt. Zwanzig wegen schlechten Wetters ausgefallene Touren wurden vermeldet. Das gab es noch nie, normal sind zwei Touren pro Jahr, die ins Wasser fallen. Aus der Codier-AG kam die zweite Überraschung: Die Zahl der Codierungen im Januar steigt von Jahr zu Jahr in auffälliger Weise an. Es gibt offenbar immer weniger Grund, das Fahrrad in der "kalten" Jahreszeit im Keller stehen zu lassen.

Die Versammlung wurde eröffnet von Anne Wehr in ihrer Eigenschaft als dienstältestes Vorstandsmitglied. Und das wohl zum letzten Mal, denn Anne kandidierte nicht wieder zur routinemäßigen jährlichen Neuwahl. Das bedeutet für den Verein eine große Umstellung. Alle hatten sich daran gewöhnt, dass Anne nicht nur viel Arbeit übernimmt, sondern auch viel Verantwortung. Seit dem 5. März 1998 gehörte Anne Wehr dem Vorstand an, danach sind noch viele neue Vorstandsmitglieder gekommen und 20 sind auch wieder gegangen.

So viele Blumen, wie sich Anne Wehr und Ecki Wolf in ihrer langjährigen Vorstandszeit eigentlich verdient haben, lassen sich zu keinem Strauß binden.
Foto AG

Anne und Ecki verlassen den Vorstand

Der zweite Verzicht auf eine Wiederwahl war immerhin vor einem Jahr schon angekündigt worden. Auch Eckehard "Ecki" Wolf kandidierte nicht wieder. Er ist Mitglied im ADFC seit 1983, gehörte sofort zu den Aktiven, legte dann aber aus beruflichen Gründen jahrelang eine ADFC-Pause ein, nach deren Ende er so tatkräftig wieder einstieg, dass er schnell erneut unentbehrlich wurde. Zum Glück zieht er sich nicht ganz von der Arbeit an unserem Internet-Auftritt zurück.

Ansonsten wurde der Schatzmeister und der bisherige Vorstand bei den Wahlen bestätigt und zwei neue Gesichter kamen hinzu: Svea Birte Schuch und Rainer Hübner.

Geleitet wurde die Versammlung von Michael Bunkenburg, und es begann natürlich nicht mit den Verabschiedungen und den Wahlen, sondern mit Formalitäten, die zum ordentlichen Betrieb eines gemeinnützigen Vereins dazu gehören. Danach kamen verschiedene Berichte, die das Vereinsjahr 2019 noch einmal Revue passieren ließen.

ADFC Frankfurt wächst um 11,5 Prozent

Den Tätigkeitsbericht stellte Susanne Neumann vor, die weiterhin ein erfreuliches Wachstum vermelden konnte. Die Mitgliederzahl ist 2019 von 3.378 um 11,5 Prozent auf 3.766 gestiegen, der Altersdurchschnitt ist weiter gesunken. Jedes zweite Mitglied ist in den letzten fünf Jahren beigetreten. Die Zahl der elektronischen Kommunikationsmedien, auf denen wir präsent sind, ist weiter gewachsen, die Nutzung ist gestiegen.

Bild zum Artikel Die Mitgliederversammlung 2020 war ausgesprochen gut besucht. Viel Aufmerksamkeit fand Susanne Neumanns Vorstellung des Tätigkeitsberichts.
Foto-AG

Ob Wirklichkeit oder Wunschdenken, den größten Applaus schien Peter Sauer zu bekommen, der Chefredakteur des ältesten Mediums "Frankfurt aktuell". Ganz neu und ganz wichtig ist die Möglichkeit, jetzt auch über paypal an den ADFC Frankfurt zu spenden.

Es gab noch eine Reihe von Einzelberichten. Die seit Jahren geplante Fahrradwerkstatt auf dem Gelände der Goethe-Universität wurde am 25. Juni 2019 endlich eröffnet. Lars Nattermann, Mit-Vorsitzender des eigens dafür gegründeten Vereins, berichtete darüber. Es gibt keinen Mangel an Kundschaft, Fahrräder werden überprüft und repariert, in kleinen Mengen werden Ersatzteile verkauft. Der operative Ablauf ist etwas kompliziert, weil alle Abrechnungen über den AStA laufen.

In seinem Bericht über die Verkehrs-AG bezeichnete Bertram Giebeler die Umsetzung des Radentscheids als schleppend. Immerhin gebe es aber Fortschritte. Ähnlich sieht es offenbar mit dem Radschnellweg von Frankfurt nach Darmstadt aus. Hier müssen sieben Bürgermeister auf eine Linie gebracht werden. Dank ADFC wird über einen weiteren möglichen Radschnellweg, der einmal von Bad Vilbel nach Friedberg führen soll, öffentlich diskutiert. Das große Problem für den Radverkehr in Frankfurt bleiben die vielen Falschparker, offenbar sieht es bei uns schlimmer aus als in vergleichbaren Städten.

Die Finanzen stimmen

Den Kassenbericht legte Helmut Lingat vor, der das Amt des Schatzmeisters seit 10 Jahren inne hat und auch langsam an einen Rückzug denkt. Die Kasse ist gut gefüllt, was aber auch wichtig ist, weil der Verein Personalverantwortung trägt und Vorauslagen für Radreisen finanzieren muss. Nicht alle Einnahmen kommen regelmäßig zu dem geplanten Zeitpunkt. Die Kassenprüfer fanden keinen Grund zur Beanstandung, der Schatzmeister und der gesamte Vorstand wurden entlastet.

Der Wirtschaftsplan für 2020 wurde dadurch sehr anschaulich, dass er bei Ausgaben und Einnahmen den geplanten und den tatsächlichen Zahlen von 2019 gegenübergestellt wurde. Nicht immer geht es nur aufwärts. 2020 gibt es bei der RadReiseMesse eine unvermeidliche Terminüberschneidung mit einer ähnlichen Messe in Bonn. Deshalb wurden hier die geplanten Erlöse vorsichtshalber etwas niedriger angesetzt als 2019. Auch an anderen Stellen wurden gegenüber den Ist-Werten von 2019 die Ausgaben etwas höher und die Einnahmen etwas niedriger angesetzt. Diese Vorsicht hat sich bewährt, denn 2019 überstiegen die Einnahmen nicht nur die Ausgaben, sondern auch den eingeplanten Wert. Der Wirtschaftsplan wurde einstimmig angenommen.

Gewählt wurde nicht nur der Vorstand, sondern auch drei Kassenprüfer*innen, 11 Delegierte für die Landesversammlung und vier Ersatzdelegierte. Während der Auszählung der Ergebnisse der Vorstandswahlen wurden noch 12 Kurzberichte von Arbeitsgruppen und Stadtteilgruppen vorgetragen.

Es lagen keine Anträge vor, aber es gab eine Wortmeldung zum Tagesordnungspunkt "Sonstiges": Monika Schmidt möchte im Rahmen eines großen Aktionstages auf dem Mainkai eine Veranstaltung für Ältere, Vorsichtige und Behinderte anbieten, die (noch) Fahrrad fahren. Auch dieser Personenkreis soll an der Verkehrswende teilnehmen können. Zur Vorbereitung und Durchführung werden Unterstützer*innen gesucht.

Die Versammlung dauerte noch länger als im letzten Jahr. Erst um 22:30 Uhr war Schluss. Trotzdem blieben die meisten, weil nämlich die hauseigene Gastronomie geschlossen hatte und zwanglos die Gespräche im Versammlungsraum noch ein wenig fortgesetzt werden konnten. Für etwas Gebäck und Getränke war rechtzeitig vorgesorgt worden.

Ingolf Biehusen