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Wir haben eine Vision

Jede/-r soll wissen wohin wir wollen: Die Bundeshauptversammlung des ADFC beschloss im November einstimmig das „Verkehrspolitische Programm des ADFC“

Das Verkehrspolitische Programm zum Herunterladen:

Das Verkehrspolitische Programm des ADFC


Auch für Frankfurt werden wir ein Programm erarbeiten! Unsere ­Vision: im Jahr 2015 erreichen die Menschen ihre Zielorte schnell, umweltfreundlich, komfortabel und kostengünstig. Im Mittelpunkt des intelligenten Verkehrs-Mix der Zukunft steht das Fahrrad als tragende Säule der Nahmobilität. Hier eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Verkehrspolitischen Programms des ADFC:

1. Mehr als ein Fortbewegungsmittel – das Rad bietet viele ­Lösungen
Wir wollen, dass nachhaltige Radverkehrsförderung – über die Verkehrspolitik hinaus – unterschiedliche Ansätze und Akteure zusammenbringt. Denn Mobilität mit dem Rad bietet Lösungen für viele gesellschaftliche Herausforderungen wie Energiewende, Klimawandel und Gesundheit. Sie wirkt Bewegungsmangel und Lärmbelastung entgegen und bietet angesichts knapper öffentlicher Kassen und Flächen eine sinnvolle Alternative. Wir setzen uns dafür ein, dass Radverkehrsförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird.

2. Sicherheit und Akzeptanz schaffen – Grundlagen der Radverkehrsförderung
Menschen fahren vor allem dann mit dem Fahrrad, wenn sie sich sicher fühlen. Sie müssen den Radverkehr als komfortabel empfinden und sich als Radfahrer voll akzeptiert erleben.

Deshalb engagieren wir uns für eine Radverkehrsförderung, die „Radverkehr als System im System“ gestaltet.

Foto: Peter Sauer

3. Umsteigen leicht gemacht – zum Radfahren motivieren
Wir wollen Verhaltensänderungen erreichen und die breite Bevölkerung zum Radfahren anregen. Für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung brauchen wir emotionale, professionelle Kampagnen und die Herausbildung einer eigenständigen Fahrradkultur.

4. Radverkehr erhöht Lebens­qualität – Lebenswerte Städte und Dörfer
Lebenswerte Städte: In kompakten Städten mit gemischten Siedlungsstrukturen und angenehmen Lebensbedingungen hat der Radverkehr die besten Voraussetzungen. Gleichzeitig ist ein hoher Anteil von Fahrrädern am Verkehr eine wesentliche Voraussetzung für eine lebenswerte und attraktive Stadt. Wir wollen, dass Städte so gebaut sind, dass sie alle Radverkehre ermöglichen.

Lebenswerte Dörfer: Das Fahrrad spielt bei der Entwicklung des ländlichen Raums eine wichtige Rolle. Wir wollen es als ein eigenständiges Verkehrsmittel stärken und betrachten es als geeigneten Zubringer zum öffentlichen Verkehr. Außerdem möchten wir Angebote für den Fahrradtourismus umfassend in den Alltagsradverkehr integrieren.

5. Zusammen geht was – ­Vernetzung der Verkehrsmittel
Das Fahrrad hat ein riesiges Potenzial als Verkehrsmittel und kann einen enormen Beitrag zur Ablösung des Autos als Hauptverkehrsmittel für die Mehrheit der Deutschen leisten. Vor allem dann, wenn es mit anderen Verkehrsmitteln wie Bussen und Bahnen, Taxis oder Car-Sharing kombiniert wird. So wird ein funktionierendes Gesamtsystem entstehen. Wir fordern Bund, Länder und Kommunen auf, den öffentlichen Verkehr bestmöglich mit dem Fahrrad zu vernetzen.

6. Radverkehr für alle – ­Infrastruktur
Wir wollen zügiges, sicheres und komfortables Radfahren ermöglichen. Dafür brauchen wir eine fahrradfreundliche Infrastruktur. Sie muss den Ansprüchen aller Radverkehre und unterschiedlicher Fahrradtypen Rechnung tragen.

7. Gut geschützt unterwegs – ­Verkehrssicherheit
Wir betrachten die objektive Sicher­heit, ein hohes subjektives Sicherheitsempfinden der Radfahrer und möglichst wenig Unfälle als unverzichtbare Voraussetzung, um das Radfahren für alle zu ermöglichen. Unser Ziel ist Straßenverkehr ohne Verkehrstote. Um Gefahren zu redu­zieren, fordern wir verträgliche Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs und eine Verkehrskultur des Miteinanders.

8. Finanzierung und ­Rechtsrahmen
Wir fordern die Bereitstellung ausreichender finanzieller und personeller Ressourcen für eine erfolgreiche Radverkehrsförderung. Wir treten für eine Gleichberechtigung der Verkehrsarten ein und wollen sie auf allen Ebenen herstellen. In diesem Sinne verlangen wir einen grundlegenden Umbau der Finanz-, Rechts- und Verwaltungsstrukturen.

9. Informiert bleiben –  Evaluation und Forschung
Die deutsche Forschungslandschaft zum Radverkehr und dessen Verflechtung im Verkehrssystem ist bislang ungenügend entwickelt und hat großen Nachholbedarf. Wir fordern daher den Ausbau der Radverkehrsforschung in Deutschland. Dazu erachten wir insbesondere Maßnahmenevaluation und Monitoring im Radverkehr nach einheitlichen Standards für notwendig.

Soweit die Zusammenfassung des bundesweiten Programms. In Frankfurt arbeiten derzeit vier Mitglieder der Verkehrs-AG daran, ein lokales verkehrspolitisches Programm zu entwickeln, wie es dies in anderen Städten wie München oder Bremen bereits gibt. Auch auf kommunaler Ebene möchten wir den Entscheidungsträgern und unseren Bündnispartnern verdeutlichen können, in welche Richtung wir diese Stadt mittelfristig mitgestalten wollen. Die Programmdiskussion in Frankfurt wird zunächst in der Verkehrs-AG und später dann im gesamten Kreisverband geführt werden.

Bertram Giebeler


Inhalt Ausgabe 2 (Mär/Apr) / 2014

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