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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Editorial

Kriegsgeschrei begleitet uns auf der Fahrt in dieses Frühjahr. Afghanistan, Syrien, Sudan? Weit gefehlt, liebe Leserinnen und liebe Leser, es herrscht offensichtlich Krieg bei uns, auf Deutschlands Straßen, Krieg zwischen Autofahrern und Radfahrern, zwischen Radfahrern und Fußgängern. Das wenigstens ist der Eindruck, den manche Medien (nein, es sind beileibe nicht nur die "Privaten") vermitteln, martialisch aufgerüstet in Tonfall und Wortwahl, zusätzlich angeheizt durch die "Kampfradler"-Äußerungen eines Bundesverkehrsministers (Seiten 8-10).

Herrscht wirklich Krieg? Chaos, ja, Chaos herrscht oft auf unseren Straßen, chaotisch geht es zu, gerade im morgendlichen Berufsverkehr, wenn alle unterwegs sind. Wenn Autofahrer unter Missachtung jeglicher Verkehrsregeln Kreuzungen blockieren und dadurch Fußgänger bedrohen. Wenn Radfahrer den Sinn vieler Verkehrs-regeln für sich nicht erkennen können und so fahren, wie sie es können - schlicht, weil sie es können. Und die Fußgänger? Sind oft mehr mit ihrem Handy beschäftigt als mit dem Verkehr um sie herum und marschieren geradewegs mitten durch dieses Chaos. Das geht ja in den allermeisten Fällen auch gut. Krieg? Wir sind weit entfernt davon, bei allen unschönen Begleiterscheinungen, die das morgendliche Verkehrschaos mit sich bringt.

Übrigens: Wer ungern in Frankfurt Fahrrad fährt, dem empfehle ich, sich an einem sonnigen Samstag um die Mittagszeit per Velo nach Usingen zu begeben. Hier, mitten im Hintertaunus, regiert der Autoverkehr noch ungebremst. Doch selbst hier von Krieg keine Spur - auch wenn ich mich auf Frankfurts Straßen als Radfahrer deutlich sicherer fühle als auf dem vermeintlich beschaulichen Lande.

Dass man auf dem Rad nicht nur ums tägliche Überleben kämpft, sondern auch ganz entspannt durch die Welt fährt, wissen wir alle. Dass man dabei Kurioses und Bemerkenswertes erleben kann, wissen alle, die häufig längere Touren unternehmen. Gesteigert wird dieses Erleben noch dadurch, dass man als Radler oft einen ganz besonderen Zugang zu den Menschen findet, die einem unterwegs begegnen. Günter Gräning hat ein paar dieser friedvollen Momente auf Seite 19 zu Papier gebracht. Zur Entspannung und zum Ausgleich für all das Kriegsgeschrei.

Bleibt friedlich im Chaos, auch, wenn es manchmal schwer fällt.

Peter für das Redaktionsteam