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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Fahrradkontrollen in Frankfurt

Eine Radfahrerin ärgert sich über Äußerungen der Stadtpolizei in einem Beitrag des HR. In dem Film wird über Radverkehrskontrollen in Frankfurt berichtet. Wir dokumentieren ihr Schreiben an die Verwaltung sowie die Antwort aus dem Straßenverkehrsamt.

Sehr geehrte Stadtpolizei, sehr geehrtes Team des Radfahrbüros!

Am Donnerstag habe ich im HR in den Sendungen Maintower und Hessenschau die Berichte über die verstärkten Kontrollen der Radlerinnen und Radler in Frankfurt gesehen. Ich begrüße diese Kontrollen, denn als aktive Radlerin nerven mich die Geisterradler und Fahrradrowdies sehr. Trotzdem möchte ich Ihnen zwei kritische Punkte zurückmelden:

Zum einen geht es um den Kommentar Ihres Mitarbeiters (der Stadtpolizei) Leeroy Schnücker im Beitrag von Maintower, bei den Radfahrern sei grundsätzlich kein Unrechtbewusstsein vorhanden. Erstens stimmt dies so pauschal nicht, und zweitens trägt eine solche Aussagen, ausgesprochen von einem städtischen Mitarbeiter, sicher nicht dazu bei, Frankfurt als fahrradfreundliche Stadt darzustellen. Hätte ich es nicht schon anders erlebt, würde ich jetzt denken, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtpolizei legen es bewusst darauf an, alle Radfahrer zu bestrafen, um sie verkehrstechnisch zu erziehen. Hier wünsche ich mir eine Richtigstellung der Aussage von Herrn Schnücker und eine Entschuldigung bei all den Radfahrerinnen und -fahrern, die sich richtig verhalten und, wenn sie gegen die StVO verstoßen, durchaus ein Unrechtsbewusstsein haben.

Zum anderen wäre mein Wunsch – Sie werden ihn schon oft gehört haben – dass Sie diese Verkehrskontrollen nicht nur bei Radfahrern, sonder auch bei Fußgängern durchführen und diese ebenso mit einem Verwarngeld belegen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten. Denn mehr als einmal war ich gezwungen, entgegen der StVO auf einen Gehweg auszuweichen, weil Fußgänger ungeniert auf dem Radfahrweg liefen oder standen. Ebenso häufig muss ich mich beleidigen lassen, wenn ich auf dem Radweg unterwegs bin und Fußgänger, die dort verkehrswidrig ebenfalls laufen oder stehen, per Klingelzeichen darauf aufmerksam mache, aus dem Weg zu gehen. Das Unrechtsbewusstsein ist dann so wenig ausgeprägt wie bei manchen Radlern, und darauf sollte ebenso öffentlichkeitswirksam hingewiesen werden.

Alles in allem ist mein Wunsch, dass wir im Straßenverkehr schlicht und ergreifend mehr Rücksicht aufeinander nehmen, Verständnis für kleine Verfehlungen haben und uns freuen, dass alle sich frei und nach ihrem Gusto fortbewegen können.

Über eine Antwort von Ihnen auf meine Rückmeldung würde ich mich freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Ulrike Gerdiken

Die Antwort aus dem Straßenverkehrsamt:

Sehr geehrte Frau Gerdiken,

Ihre E-Mail wurde an das Straßenverkehrsamt weitergeleitet.

Es freut mich sehr, dass Sie zu denjenigen Radfahrern/innen gehören, die sich grundsätzlich regelkonform verhalten.

Deshalb bedaure ich, dass Sie sich durch die Aussage unseres Mitarbeiters diffamiert fühlen. Natürlich sollten sich nur all diejenigen Radfahrer angesprochen fühlen, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten. Leider ist die Zahl derer jedoch recht hoch, wie unsere Kontrollen immer wieder zeigen. Bitte entschuldigen Sie deshalb die unbeabsichtigte Pauschalisierung, die durch die Aussage unseres Mitarbeiters gemacht wurde.

Natürlich werden durch unsere Mitarbeiter/innen auch durch Fußgänger begangene Verkehrsverstöße geahndet. Ich hoffe, dass Sie weiterhin gerne in Frankfurt Fahrrad fahren und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

(...)

Straßenverkehrsamt 36.21.1