Skip to content

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe

"Fahrradmäßig bin ich ziemlich naiv"

Philipp will mobil sein, sich aber nicht mit dem Fahrrad

beschäftigen

müssen







Philipp Haines mit "seinem" Swapfiets mit dem markanten blauen Vorderreifen



Peter Sauer


Philipp Haines wohnt im Frankfurter Ostend, ganz in der Nähe des Zoos. Ein Auto hat der 41-jährige nicht, "das braucht man in der Stadt wirklich nicht", und für Fahrräder interessiert er sich eigentlich auch nicht. Vom ADFC hat er noch nie gehört. Mobil sein will er trotzdem.

Bis vor einem Jahr war Philipp mit Billig-Velos, viele davon auf dem Flohmarkt erworben, unterwegs. "Ich hatte immer Probleme mit Fahrrädern. Entweder sie wurden mir geklaut, oder sie waren mir zu teuer." Nachdem auch noch ein höherwertiges Rad abhanden gekommen war, hatte er "keine Lust mehr, für die paar Strecken, die ich mit dem Rad fahre, viel Geld auszugeben". Und kümmern um das Fahrrad will er sich eigentlich auch nicht. "Fahrradmäßig bin ich ein Naivling, ich kann weder Reifen wechseln noch irgendetwas selber reparieren".

"Ich brauche einfach ein solides, stabiles Fahrrad, mit dem ich in der Stadt unterwegs sein kann, ohne dass ich große Fahrradtouren machen will. Aber bei einer sommerlichen Tour entlang der Nidda oder einer Fahrt nach Rödelheim sollte es natürlich auch nicht auseinanderbrechen" formuliert Philipp seine übersichtlichen Ansprüche. Er nutzt das Rad im Wesentlichen für die Fahrt zu seinen beiden Arbeitsstellen, am Danziger Platz und in der Nähe des Eschenheimer Turms. Strecken, die er auch zu Fuß zurücklegen könnte, sagt er, die aber mit dem Rad bequemer und schneller zu erreichen sind. "Nur drei Minuten bis zum Danziger Platz", grinst er, "das ist unschlagbar".

Auf das Swapfiets als mögliche Alternative zu seinem Fahrrad-Dilemma hat ihn seine Partnerin aufmerksam gemacht. Die Idee des Verleihsystems hat ihn sofort eingenommen. "Ich muss mich um nichts kümmern. Wenn das Rad defekt ist (das war bisher jedoch noch nicht der Fall), bekomme ich im Laden ein Ersatz-Fahrrad, bis die Reparatur erledigt ist. Sollte es mir geklaut werden, erhalte ich ebenfalls Ersatz (vorausgesetzt, ich hatte das Rad richtig angeschlossen). Und dass ich nur die Auswahl unter einer Rahmenfarbe habe, ist mir eigentlich egal."

Mit dem Service der Firma ist Philipp zufrieden. Beim Übergabetermin wurden Sattel und Lenker für ihn passend eingestellt. "Natürlich kann man sich keinen Sattel aussuchen, man muss nehmen, was angeboten wird", meint er. Aber da er auch schon mit den Leihrädern der Deutschen Bahn unterwegs war, ist er an so etwas gewöhnt und sieht darin keinen Mangel. Längere Touren sind sowieso nicht geplant, und bis nach Rödelheim an die Nidda hat der Sattel bisher noch keine Druckstellen beim Fahrer hinterlassen.

Für eine monatliche Gebühr von knapp 20 Euro erhält Philipp ein stabiles Rad, das technisch in Ordnung ist, anders als die (vermeintlich) billigen Flohmarkträder, und das seinen Ansprüchen vollauf genügt. "20 Euro Mobilitätskosten im Monat – das ist doch super-günstig", findet er. Außerdem könne er die Ausleihzeit jederzeit mit einer kurzen Kündigungsfrist unterbrechen, wenn er das Rad in den nächsten Wochen oder Monaten nicht nutzen wolle. Aber das lohne sich bei den niedrigen Kosten eigentlich kaum.

Im Februar wird Philipp Vater. Kann er auch einen Kindersitz an sein Swapfiets bauen? Das habe er noch gar nicht bedacht, entgegnet er, "ich habe keine Ahnung, ob so etwas mit dem Rad möglich ist. Da muss ich mich demnächst mal schlau machen".

Peter Sauer