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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Der Kinderanhänger blockiert mehr als die Hälfte des mobilen Halters – links ist noch einer der vorherigen Abstellbügel zu sehen



Holger Küst


Edeka-Markt in Eppstein:

Radfahrer:innen unerwünscht?

Bis vor kurzem konnten beim Eppsteiner Edeka-Markt Baßler Fahrräder an einen von vier Anlehnbügeln angeschlossen werden, auch wenn die Nutzung zeitweise durch Paletten oder andere Aufsteller blockiert wurde. Dann wurde auf etwa einem Drittel des vorherigen Platzes ein völlig unbrauchbarer, mobiler Halter für Fahrräder aufgestellt (siehe Foto). Dieser Halter schafft weder eine Standsicherheit noch erlaubt er, den Rahmen von Fahrrädern anzuschließen. Letzteres ist von Polizei und Versicherungen für den Diebstahlschutz dringend empfohlen, einschlägige Anforderungen sind in der DIN 79008-1 festgelegt. Entgegen der Mutmaßung der Mitarbeiter des Edeka-Marktes ist der ADFC weder Verkäufer von Fahrrad-Abstellanlagen, noch erhält er Provisionen dafür – es geht nur um ein angemessenes Angebot für Fahrräder und Platz zur Beladung von Packtaschen; zudem sind Räder mit Elektrounterstützung auch ohne Gepäck schon schwer und es droht bei dem neuen Halter das Verbiegen und damit die Beschädigung des Vorderrads.

Diese Maßnahme ist weder kundenfreundlich noch umweltbewusst. Während andere Discounter – wie Aldi Süd oder Lidl in Bad Soden – sich auf das veränderte Mobilitätsverhalten ihrer Kunden einstellen und mit Ladestationen für E-Bikes und E-Autos (Lidl lädt auf) das Umweltverhalten ihrer Kunden fördern und unterstützen, hat sich Edeka darauf besonnen, Parkraum und Stellplätze für Fahrräder zu reduzieren.

Falls Kund:innen mit einem schwer beladenen Fahrrad doch einmal einen der 67 normalen Pkw-Parkplätze nutzen, wird es ihnen von der Marktleitung untersagt. Ist das Kundenfreundlichkeit im Sinne der Auszeichnung "Förderer der Nachhaltigkeit", mit der die Edeka-Gruppe wirbt? Verschiedene Studien zeigen, dass Kund:innen des Umweltverbunds (zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln) bessere Kund:innen sind – sie kommen häufiger als Kfz-Lenker:innen und lassen über die Zeit insgesamt mehr Geld im Geschäft (siehe dazu z. B.

adfc-ffm.de/=5FjQ

).

Holger Küst und Gabriele Sutor