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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main   

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

Artikel dieser Ausgabe

... und eine Antwort darauf

Sehr geehrte ältere MitbürgerInnen und MitradlerInnen
aus Bornheim/Nordend,
sehr geehrter Herr Sehring,

Ihr Appell zu mehr Rücksichtnahme im Verkehr, gerade auch an die Adresse der RadfahrerInnen, hat uns berührt und gibt uns zu denken. Wir wissen auch aus den Kommentaren zum Fahrradklimatest, dass so manche, gerade ältere RadfahrerInnen erhebliche Probleme mit ihren "Artgenossen" auf der Straße haben.

Wir als ADFC beanspruchen eine Rolle als Lobbyverband. Mit unseren mehr als 3.700 Mitgliedern in Frankfurt ist aber nur ein geringer Teil des Klientels im Verband organisiert. Unsere direkten Einflussmöglichkeiten halten sich deshalb in Grenzen. Auch wenn die Selbstdisziplinierung der RadfahrerInnen nicht unsere Hauptaufgabe ist, betonen wir regelmäßig in eigenen Medien und gegenüber der Presse entsprechende Regeln, deren Beachtung wir erwarten und anmahnen:

  • Beleuchtung und passive Sichtbarkeit bei Dunkelheit
  • nicht auf Bürgersteigen radeln (als Erwachsene)
  • nicht in Gegenrichtung auf Radwegen radeln
  • in Fußgängerzonen die gebotene Rücksicht walten lassen
  • generell Hektik und Zeitdruck vermeiden, Zeitreserven einplanen
  • in freundlichem und respektvollem Ton kommunizieren

Es gäbe sicher weniger Situationen, über die Sie sich ärgern müssten, vor denen Sie Angst haben und die sicherheitsgefährdend sind, wenn sich alle an diese Regeln halten würden. Wir werden Ihren Appell zum Anlass nehmen, unsere Kommunikation zu diesem Thema verbandsintern aber auch nach außen zu verstärken und weiterhin dazu beitragen, das Thema Sicherheit und Rücksichtnahme im Bewusstsein aller RadlerInnen zu halten.

Was die Infrastruktur für den Radverkehr auf Frankfurts Straßen angeht, so wissen wir, dass diese vielerorts nur für geübte und nervenstarke RadfahrerInnen zu bewältigen ist. Der Initiative Radentscheid ist es immerhin gelungen, mit der Stadt eine Vereinbarung zu verhandeln, die in den nächsten Jahren an vielen Punkten massive Verbesserungen für Sicherheit und Komfort bringen wird. Trotzdem wird die Realisierung dieser Vereinbarung einige Jahre dauern, und Frankfurt wird auch danach immer noch nicht das Sicherheits- und Komfortniveau einer kleinen oder mittelgroßen Stadt mit mehr Platz und weniger Verkehr bieten können. Frankfurt wird eine hektische, laute und an manchen Punkten gefährliche Großstadt bleiben, wie Köln, Berlin oder München auch. Auch wenn die von uns eingeforderte Verkehrswende diesbezüglich viele Verbesserungen bringen wird.

Wer für sich selbst erkennt, dass das eigene Reaktions- und Koordinationsvermögen für bestimmte Verkehrssituationen nicht mehr ausreicht, um subjektiv und objektiv sicher Rad zu fahren, sollte versuchen, eine Stressvermeidungsstrategie für sich umzusetzen. Hierzu gehört zu allererst die schon oben genannte Regel, Hektik und Zeitdruck zu vermeiden. Außerdem gibt es viele Alternativen zu stark verkehrsbelasteten Straßen. Diese Alternativen werden übrigens derzeit im Rahmen der wegweisenden Beschilderung als Empfehlungen kenntlich gemacht. Wir haben einen Teil dieser Alternativrouten in der Ausgabe 6/2018 unserer Mitgliederzeitung "Frankfurt aktuell" im Detail textlich beschrieben und kartografisch dargestellt:

www.adfc-frankfurt.de/Nebenstrecken

Natürlich hilft diese "Hauptstreckenvermeidung" nicht gegen rücksichtslose Artgenossen im Sattel, aber wenn Sie ruhigere Routen wählen, vermindert sich die Gefahr, dass aus Stress und Ärger schwere Unfälle mit Autos werden.

Unser Bestreben wird es auch in Zukunft sein, dass Radwege sicherer und alltagstauglicher werden. Die erwähnte Vereinbarung zwischen Stadt und Radentscheid bietet hierfür eine erste wichtige Grundlage und ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Wenn Sie individuell Fragen haben zu bestimmten, besonders unangenehmen oder für Sie gefährlichen Situationen in Ihrer Umgebung, beraten wir Sie gern auch individuell.

Für den Vorstand des ADFC Frankfurt am Main:

Anne Wehr, Eckehard Wolf und
Bertram Giebeler
(Verkehrspolitischer Sprecher
des ADFC Frankfurt am Main)