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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Bild zum Artikel Klaus Dapp (mit Kaffee) vom Verkehrsministerium erklärte, wie das Land überörtliche Radverbindungen fördert
Torsten Willner

Speed dating für den Radschnellweg

Die Machbarkeitsstudie für "Frankfurt-Wetterau"
ist bereits in Sichtweite

Unter dem anschaulichen Motto "Die Bahn baut, wir bauen mit" hatten ADFC Bad Vilbel, ADFC Frankfurt sowie der hessische Landesverband zur Informationsveranstaltung über den vom ADFC-Arbeitskreis vorgeschlagenen Wetterau-Radschnellweg (FFA 2/2019, S. 16-17) für den 31. Oktober nach Bad Vilbel eingeladen.

Von der souveränen Moderatorin Gabriele Wittendorfer eher als Workshop denn als klassisches Bürgergespräch konzipiert, folgten rund 50 Personen, mehrheitlich sogenannte "Stakeholder" der Einladung. "Stakeholder" – das sind alle, die unmittelbar mit der Realisierung des Projekts zu tun haben: Die Deutsche Bahn, neben deren Gleisen gebaut werden soll, der Wetteraukreis und die Kommunen, die der Radschnellweg verbindet – bis zur Stadt Frankfurt. Aber auch das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium, der Regionalverband FrankfurtRheinMain und Hessen Mobil waren vertreten.

Im ersten Teil der Veranstaltung erläuterte Klaus Dapp vom Verkehrsministerium das Konzept eines hessischen Radhauptnetzes, das sinnvolle Korridore und das Potenzial für mögliche Radschnellwege aufzeigen soll. Dieses Potenzial erreicht ein zukünftiger Wetterau-Radschnellweg mit geschätzten 2.750 Rad Fahrenden pro Tag mühelos. Christian Euler vom ADFC Bad Vilbel zeigte auf, dass es keineswegs exotisch ist, Radverbindungen an einer Bahnstrecke zu bauen: ganz ähnliche Projekte gibt es im Großraum Hamburg und an der Ruhr.

Julian Fassing von der DB Netz AG räumte Befürchtungen aus, die Deutsche Bahn könnte ein Bremsklotz für den Radschnellweg sein. Im Gegenteil: Die Bahn begrüße diese komplementäre Form der Infrastruktur, die den Umweltverbund gegenüber dem motorisierten Individualverkehr stärke. Für die Bahn könnte ein parallel verlaufender Radweg auch ein Plus an Fahrgästen bedeuten, weil die Bahnhöfe besser erreichbar würden.

Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands, hatte den Wetterau-Radschnellweg bereits im Sommer als "FRM 6" zu einem von insgesamt neun zu bauenden Raddirektverbindungen der Region ausgerufen. Die Rolle des Regionalverbands definiert er dabei aktiver als in der Vergangenheit: "Wir hören nicht mehr bei der Beauftragung der Machbarkeitsstudie auf, wir wollen selbst Radwege realisieren und als Bauherr auftreten", sagte Kötter.

Im zweiten Teil trafen die Teilnehmenden in Kleingruppen abwechselnd mit drei Fachleuten zum intensiven Informations- und Meinungsaustausch zusammen: Antje Quitta vom Regionalverband stand Rede und Antwort zum Thema Machbarkeitsstudie, Professor Jürgen Follman von der Hochschule Darmstadt erläuterte Qualitätsanforderungen und Streckendesign und Klaus Dapp informierte über Fördermöglichkeiten von bis zu 90 Prozent, die das Land Hessen für Raddirektverbindungen bereitstellt. Während der Gespräche war in Echtzeit zu beobachten, wie das Kennenlernen und Vernetzen unter den "Stakeholdern" vorankam – ein fachliches Speed Dating für den Bau des Wetterau-Radschnellwegs.

Und die nächste Zusammenkunft lässt nicht lange auf sich warten: Der Regionalverband hat Kommunen und Landkreis bereits für den 4. Dezember eingeladen. Auf der Tagesordnung steht die Initiierung der Machbarkeitsstudie für den Wetterau-Radschnellweg. Ein Riesenerfolg für den ADFC-Arbeitskreis, auf den Christian Euler und Paul van de Wiel aus dem Landesvorstand Anfang des Jahres gehofft haben. Zu rechnen war damit aber keineswegs.

Torsten Willner