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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Bild zum Artikel Wegen Erweiterung einer Autobahnausfahrt zugeschüttet: Die wichtige Verbindung zwischen Eschborn und Sossenheim ist dicht
Helge Wagner

Fahrrad un freundliche Stadt?

Eschborn: Radfahrer kommen unter die Räder!

Eschborn hat seit Jahren Verkehrsprobleme ohne Ende: ständig mit Autos zugeparkte Fuß- und Radwege, werktägliche Staus von und in die Gewerbegebiete, rücksichtsloses Verkehrsverhalten und mangelnde Radverkehrssicherheit, fehlende sichere Fahrradabstellanlagen, Stillstand bei einem Nahmobilitätskonzept. Die Lösung(en) der Kommune: eine neue Umgehungsstraße ist geplant, eine weitere Autobahnabfahrt wird gebaut. Und die Radler? Ein seit fast einem Jahrzehnt versprochener Radweg nach Steinbach wartet heute noch auf seine Errichtung.

Nun besteht in Eschborn seit Monaten eine Baustelle an einer prekären Stelle. Ein Rad-/Fußweg wird wegen der Erweiterung einer Autobahnausfahrt zugeschüttet. Die wichtige Verbindungsstrecke zwischen Eschborn und Sossenheim ist dicht. Die Alternative: eine 4 km lange Umleitung, die kaum ein Mensch nutzt. Dafür überqueren Fußgänger:innen und Radelnde die stark befahrene und gefährliche Autobahnausfahrt. Schulkinder sind hier unterwegs. Eine Umleitungsausschilderung gab es erst nach vehementer Intervention des ADFC. Trotz genehmigten Umleitungsplanes wurde diese erst Tage nach Baubeginn umgesetzt. Und das wiederum mangelhaft: eine Ausschilderung aus Richtung Eschborn nach Sossenheim wurde schlicht und ergreifend vergessen. Nicht mal im Plan war diese ausgezeichnet. Und eine Hälfte der Ausschilderung in Sossenheim fiel ganz unter den Bürotisch. Hätte man sich da nicht mal mit dem ADFC zusammensetzen können ...?

Des Weiteren bestand beim ADFC die Befürchtung, dass nach Fertigstellung der neuen Ausfahrt der Rad-/Fußweg zugeschüttet bleibt. Von der Baustellenleitung und aus dem Rathaus erhielt man die Aussage, der Rad-/Fußweg käme wieder. Spätestens im März nächsten Jahres solle die Baumaßnahme beendet sein. Der Klimawandel könnte zur Beschleunigung beitragen – wann gab's die letzten Jahre schon mal Dauerfrost? Aber auf beides, die mündlichen Aussagen und das Wetter im Winter, will man sich beim ADFC nicht verlassen, auch der Bauausführende muss dranbleiben!

Schließlich hofft man allseits, dass es keinen Personenschaden beim Überqueren der Autobahnausfahrt gibt, denn: Wer macht schon einen 4.000 Meter langen Umweg, wenn man nur etwa fünf Meter Straße überqueren muss. Gerade in der "dunkleren Jahreszeit'" steigen Fußgänger-/Radfahrerunfälle deutlich an.

Was hätten man anders und besser machen können? Gibt es eine akzeptable, alternative Lösung für solch eine Engstelle? Was hätte man investieren müssen, um jenes Nadelöhr sicher überwinden zu können? Wir meinen ja, es gibt Möglichkeiten. Man hätte nur einige Ideen in den Bauplan stecken und etwas Geld in die Hand nehmen müssen. Mit einer Behelfsbrücke von der Elisabethen-/Düsseldorfer Straße in Eschborn zum Julius-Leber-Weg in Sossenheim hätte man den 4-km-Umweg gerade für Schulkinder und Senioren deutlich verkürzen können, natürlich mit ausreichenden und logisch aufgestellten Hinweisschildern und einer Rampe, mit der man auch Gehbehinderten eine Nutzung erleichtert. Ein ADFC-Mitglied hat sich dazu weitere Gedanken gemacht: siehe dazu Info-Box.

Von Berücksichtigung in Verkehrs- und Bauplanungen der Radfahrer- und Fußgängerinteressen ist man in Eschborns kommunalen Gremien noch weit entfernt. Auch auf eine zugesagte Freigabe einer Einbahnstraße an einer weiteren Baustelle in der Straße Hinter der Heck wartet man vergebens. Es fehlt halt ein:e Mobilitätsbeauftragte:r im Rathaus ... seit Jahren!

Helge Wagner


ADFC-Mitglied Th. Ulshöfer schrieb in einer E-Mail an den Bürgermeister folgende Zeilen:

"... Nach Abriss der Unterführung und der Stilllegung jeglicher akzeptabler Verbindung zwischen den beiden Städten, haben sich die Leute ihren eigenen Weg gebahnt. Nach der Brücke über die Wiese, dann die Querung der Autobahnabfahrt. ... Warum hat man nicht bei der Planung der Bauarbeiten gleich an diese Möglichkeit gedacht und hat das Ganze richtig gemacht? Statt Trampelpfad einen befestigten Fuß-/Radweg, statt ungesichertem Übergang über die Autobahnabfahrt einen Zebrastreifen. Solche Zebrastreifen findet man häufig über Auf- und Abfahrten zu Autobahnen (siehe Frankfurt-Hausen oder Ähnliches ) …"