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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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Zu Besuch in München

Wenn Frankfurts Fußballprofis nach München fahren, kann es böse enden – wie erst kürzlich bei der NullzuFünf-Klatsche für die Eintracht in der Allianz-Arena. Wenn ein Fahrradlobbyist aus Frankfurt nach München fährt, gibt das keine solche Demütigung, es geht nicht nach Kopenhagen, längst nicht alles an der Isar ist für Radfahrer:innen besser geregelt als am Main. Aber ein paar Dinge machen sie in München einfach gut! Sie nehmen dort auch mal richtig Geld in die Hand, um Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr zu bauen, und zwar in Stein, Asphalt und Beton, nicht nur in Farbe! Wir zeigen hier ein paar Beispiele aus der Bayern-Metropole – zur Nachahmung empfohlen!

Einige aktuelle Merkmale Münchens möchte ich zum besseren Verständnis vorausschicken. München ist mit knapp 1,5 Millionen ziemlich exakt doppelt so groß an Einwohnern wie Frankfurt, und die Bevölkerung wächst seit einigen Jahren um fast 30.000 pro Jahr (!), obwohl jedes Kind weiß, dass der Wohnungsmarkt dort der teuerste des Landes ist. München ist schon seit Jahrzehnten die am dichtesten besiedelte Metropole in Deutschland. Es hat die größte absolute Anzahl an Einpendlern, per Auto oder mit Bahn und Bus. Der öffentliche Nahverkehr war vor Corona an der Belastungsgrenze. Die Baustellendichte ist nervtötend, noch krasser als in Frankfurt, man baut dort keine Wolkenkratzer wie bei uns, dafür aber einen Wohn- und Geschäftskomplex neben dem anderen, und dann auch noch einen zweiten S-Bahn-Tunnel. Entschleunigte Idylle geht anders! Trotzdem wird munter und massenhaft Rad gefahren, teilweise auch recht sportlich. Der "Modal Split Verkehrsmittelwahl" ist mit 18 % Radverkehrsanteil ungefähr genauso hoch wie bei uns.

Bertram Giebeler

Bertram Giebeler "> Bild zum Artikel Bertram Giebeler (10)

München ist im Gegensatz zu Frankfurt eine ausgesprochene Autostadt, dort wird alles produziert was Motoren hat, vom PKW (BMW) über LKW (MAN) bis zum Panzer (Krauss-Maffei). Trotzdem hat die Stadt ehrgeizige Ziele in Sachen Verkehrswende! Hier eine auffällige "Infoskulptur" dazu am Siegestor.

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Auch das geht in München, und bei ständig steigender Bewohnerdichte und immer mehr Onlinehandel sollte es überall die Regel sein: UPS-Paketauslieferung per Firmen-Lastenrad.

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Fast fertig gebaut, noch im November soll die feierliche Eröffnung folgen: der "Arnulfsteg", nur für Fuß- und Radverkehr, Kosten zweistelliger Millionenbetrag, überspannt in elegantem Schwung das riesige Gleisvorfeld des Münchner Hauptbahnhofs. Hier die südliche Auffahrt mit einer Wenderampe.

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Hier die nördliche Auffahrt, ausgeführt als Spiralrampe. Erschlossen wird ein neues großes Wohn- und Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Gleisvorfeld, architektonisch stilverwandt mit dem Frankfurter Europaviertel.

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Hier wurde der Radweg auf angemessene Breite ausgebaut: Leopoldstraße / Ludwigstraße, absolute Radverkehrs-Arterie in Uni-Nähe.

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Hier rattern noch die Baumaschinen, aber bald ist er fertig: der neue 2,80 Meter breite Radweg der Blumenstraße am Altstadtring, verkehrlich etwa vergleichbar dem Anlagenring / Cityring in Frankfurt.

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Hier eine von fünf Pop-Up-Bikelanes in der Münchner Innenstadt. Echt ein Segen, dass es die gibt, fand der Autor, sonst wäre das Radfahren im Regierungs- und Museumsviertel noch viel stressiger, fast schon unmöglich. Leider hat eine Mehrheit im Magistrat sie Ende Oktober wieder abgeschafft. Der ADFC protestiert, zu Recht!

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Das war mutig: an der Fraunhoferstraße, einer wichtigen Verbindung von der City in den Münchner Süden, gibt es jetzt rot eingefärbte Radstreifen auf beiden Seiten, auf ganzer Länge. Vorher waren das alles Parkplätze!

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Eine Fahrradstraße an sich ist noch keine Sensation, aber: diese hier, im Stadtteil Nymphenburg, ist Bestandteil einer 7 Kilometer langen schnurgeraden tangentialen Radroute, die ausschließlich aus Fahrradstraßen und autoverkehrsfreien Wegen besteht und nur ganz wenige Ampelquerungen hat.

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Die schnurgerade Route durch Münchens Nordwesten wird munter von Alltagsradler:innen frequentiert. Das südwestliche Ende ist bei Schloss Nymphenburg, das nordöstliche an dieser Fuß-, Fahrrad- und Straßenbahnbrücke über die Stadtautobahn "Mittlerer Ring" in Schwabing-Nord.