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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt

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In Bad Homburg wird markiert

Markierungen in der Heuchelheimer Straße sind gefährlich für Radfahrende

Bild zum Artikel Schöne neue Fahrradwelt auf der Heuchelheimer Straße
Ralf Gandenberger

Auch in Bad Homburg wird nun sehr viel markiert. Die meisten Malungen sind gut und nützlich, viele wurden auch vom ADFC Bad Homburg/Friedrichsdorf angeregt und befürwortet. Dies gilt insbesondere für die Kennzeichnungen an den inzwischen zahlreich geöffneten Einbahnstraßen, so dass Autofahrer darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihnen Radfahrer entgegen kommen können. Gut gefällt uns, dass nicht nur die Einfahrten deutlich markiert werden, sondern auch im Verlauf der Straße immer wieder Fahrradpiktogramme aufgebracht werden.

Auch in der unteren Louisenstraße und in der Schönen Aussicht wurden auf der Fahrbahn Piktogramme aufgebracht. Dies hat teilweise zu Kopfschütteln und der Frage geführt, ob denn Piktogramme nun Radwege ersetzen sollen. Tatsächlich begrüßen wir diese Markierungen, weil der in beiden Straßen ehemals vorhandene Gehweg-Radweg viel zu eng und direkt neben den parkenden Autos war. Kollisionen mit sich öffnenden Autotüren waren vorprogrammiert und der Radweg entsprach nicht dem Stand der Technik. Trotzdem wurde er weiter fleißig genutzt und auch Autofahrende verwiesen auf der Straße fahrende Radfahrende häufig auf den vermeintlichen Radweg, der aber schon seit vielen Jahren nur noch ein Gehweg war. Die Piktogramme machen jetzt deutlich: hier dürfen Radfahrer:innen fahren. Das sollten sie auch mit breiter Brust tun und sich nicht von den Autos in die Türzone der parkenden Fahrzeuge drängen lassen. Klar ist aber auch, dass dies kein Dauerzustand sein kann, sondern auch hier eine gute Radinfrastruktur her muss.

Bild zum Artikel

Bild zum Artikel

links: Mutige können hier die Autospuren kreuzen
rechts: Könnte eng werden, wenn der Bus kommt
Ralf Gandenberger

Dann gibt es aber Beispiele, die an ein anderes Jahrhundert erinnern. An der Kreuzung Heuchelheimer Straße / Hindenburgring wurde eine Linksabbiegerspur für Radfahrende als Fahrradweiche markiert. Auf dem viel zu schmalen, teilweise nur ein Meter breiten Streifen müssen Radfahrende die Fahrspur der häufig mit mehr als 50�km/h ankommenden Fahrzeuge kreuzen, um sich dann neben Pkw und Busse zu quetschen. Außerdem ist der Streifen oft durch haltende Fahrzeuge blockiert. Wir bezweifeln, dass die Planer hier ihre 12-jährigen Kinder oder die 75-jährigen Eltern fahren lassen würden.

Und all das, obwohl wir im Vorfeld von dieser Maßnahme abgeraten hatten, insbesondere da es dort nach unserer Auffassung zum derzeitigen Zeitpunkt auch keine Linksabbiegerspur bräuchte. Es ist sehr schade, dass die Stadt nun auch Maßnahmen des Radverkehrskonzepts umsetzt, die Radfahrende eher gefährden als schützen. Wir raten Eltern dringend davon ab, ihre Kinder auf diesem Radstreifen fahren zu lassen. Auch Senioren und unsichere Radler sollten weiterhin den Fußgängerüberweg nutzen, um den Hindenburgring zu überqueren.

Aus Sicht des ADFC muss es zu einer umfassenden Lösung sämtlicher Probleme im Bereich Hindenburgring – Hessenring einschließlich aller Kreuzungsbereiche kommen, gerade weil der gesamte Bereich eine häufig genutzte Schülerroute ist. Hierzu hatte der ADFC bereits im September 2019 in seinen "Forderungen an Politik und Stadtverwaltung für ein fahrradfreundliches Bad Homburg" umfangreiche Vorschläge gemacht (abrufbar unter www.adfc-bad-homburg.de/strassenraum_fair_aufteilen_forderungen_adfc_2019). Diese sehen geschützte Radstreifen auf allen betroffenen Straßen und sichere Kreuzungen vor.

Die Situation des Radverkehrs können alle noch bis Ende November im ADFC Fahrradklima-Test unter fahrradklima-test.adfc.de/ beurteilen.

Ralf Gandenberger