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Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Frankfurt am Main

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Artikel dieser Ausgabe

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Fahrradklima-Test als Erfolgskontrolle

In Oberursel haben CDU und Grüne vereinbart, die Fahrradmobilität voranzubringen

Schaut man sich die Noten des Fahrradklima-Tests für Oberursel seit 2012 an, kann man den Koalitionswechsel der letzten Kommunalwahl gut erkennen. 2012/14 erreichte Oberursel mit SPD und Grünen einen klaren Anstieg der Zufriedenheit der Oberurseler Radler:innen um 0,4 Notenpunkte von 3,6 auf 3,2 bei gleichzeitig steigender Beteiligung. Trotz grünem 1. Stadtrat Christof Fink fiel die Zufriedenheit von 2016 bis 2020 unter SPD/CDU zurück auf den Wert von 2012. Das Stadtparlament beschloss Einzelmaßnahmen, aber die durchgängige Umsetzung des Radkonzepts und dessen Aktualisierung fehlte.

Die sichtbaren Aktionen, wie etwa die deutliche Entschärfung der Nassauer Straße durch einen sechs Meter breiten Rad- und Fußweg stoßen bei den Oberurseler:innen auf wenig Gegenliebe – muss man doch Schlenker fahren, um auf ihn zu kommen und eine Bettelampel nutzen, um ihn zu verlassen.

Jetzt also ein neuer Start, diesmal CDU und Grüne – ab Oktober geführt von einer SPD-Bürgermeisterin. Im Kooperationsvertrag von CDU und Grünen ist unter der Überschrift "Mobilität" zu lesen: "Wir wollen Schritte in Richtung einer zukunftsweisenden Mobilität machen, die alle Verkehrsteilnehmende berücksichtigt, insbesondere die Menschen, die zu Fuß gehen, Rad fahren und aufgrund ihres Alters ein besonderes Mobilitäts- und Schutzbedürfnis haben, wie Kinder und Senioren. Die Alternativen zum Autoverkehr sollen attraktiver werden. Die Stärkung der Fahrradmobilität soll bis Ende der kommenden Legislaturperiode deutlich sichtbar sein. Der Benchmark dafür ist ein deutlich besseres Abschneiden der Kommune beim Fahrradklima-Test des ADFC."

Mit dem Fahrradklima-Test als Erfolgskontrolle für die Radverkehrspolitik lässt sich feststellen, ob die Verbesserungen bei den Radfahrer:innen auch ankommen. Ganz besonders in den Themen mit dem höchsten Verbesserungsbedarf: dem ganzjährig guten, sicheren und flüssigen Radfahren, auch im Mischverkehr mit Kfz und bei der Beseitigung von Hindernissen auf den Radwegen.

Für die nächsten 18 Monate fordert der ADFC Oberursel/Steinbach Schritte, die den Fahrradklima-Test 2022 mindestens auf die 3,2 von 2014 heben. Hier sind Falschparker-Kontrollen, Baustellen, Winterdienst und die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und Respekts notwendig.

Gleichzeitig muss die Politik die Verwaltung beauftragen, auch die Schritte für die Zuteilung der notwendigen Fördergelder und die Bereitstellung der eigenen Mittel für die Umsetzung der großen Maßnahmen – Längsachse, Radschnellweg in Oberursel – durchzuführen und zu sichern. Nur so könnte 2024, beim voraussichtlich übernächsten Fahrradklima-Test Oberursel zeigen, dass Politik und Verwaltung das Ziel "Alle fahren Rad" ernst nehmen.

Susanne Bittner